Flohmarktausbeute

Heute morgen wieder Flohmarkt in der Kieler Innenstadt, wie jeden ersten Sonntag im Monat während des Sommers. Wir waren heute wohl etwas früh dran oder aber erstaunlich viele Standbetreiber hatten ihren Wecker nicht gehört, jedenfalls waren bei unserem Rundgang zahlreiche Verkäufer noch am Aufbauen ihrer Stände und Auslegen ihrer Waren.

Dennoch kamen wir nicht mit leeren Händen nachhause.

Meine Ausbeute des heutigen Flohmarktes:

Flohmarktausbeute

Eine wunderschöne Porzellanvase, gute Größe, zylindrische Form, dezentes Muster, schön schlicht. Fehlt nur noch was zum reinstellen…

Assimiliert

Ich lebe ja nun erst seit 16 Monaten hier an der Küste – zugezogen aus dem südöstlichen Hitzeloch Niedersachsens. Bei meinen ersten Besuchen in der Stadt am Meer fand ich es auch im höchsten Hochsommer eher etwas frisch, stets wehte auch bei strahlend blauem Himmel ein kühles Lüftchen und die vorsorglich eingepackten kurzen Sommerklamotten waren immer viel zu leicht.

An der Küste, so sagt man, ist es halt im Sommer immer ein bißchen kühler als im Rest der Republik. Sagt man.

Und nun? Hitze. Kaum ein Lüftchen. Und wenn, dann kein kühles, erfrischendes, sondern ein warmes, wie aus dem elektrischen Haartrocker.

Und ich frage mich: Ist es hier jetzt wirklich so genauso warm wie im Süden Niedersachsens? Oder habe ich mich binnen kürzester Zeit an das norddeutsche Küstenklima gewöhnt und empfinde es einfach nicht mehr als kühler?

Bin ich etwa schon assimiliert? :eek:

Kreisch!

Der Frischkäsehersteller hat wieder Kaffeebecher im Tausch gegen Deckel!

Und wir haben den Schank voller ebensolcher Deckel! Muharhar!

Der Goldneffe spricht

Letzte Woche hatte ich das aufgrund einer Entfernung von über 400 Kilometern höchst seltene Vergnügen, den Goldneffen vom Kindergarten abholen zu dürfen.

Beim Einsteigen in das Kleine Schwarze Auto stand der Goldneffe einen Moment davor und betrachtete nachdenklich das Kennzeichen. (Der Goldneffe kann mit seinen fünf Jahren nämlich schon augezeichnet lesen – selbst beigebracht.)

“Hm. Das da” – er deutet auf das KI – “heißt Kiel.” Gutes Kind! “Aber was heißt das da?” Er deutet auf die beiden Buchstaben in der Mitte.

Ich erkläre: “Das ist das Kennzeichen. Die Buchstaben bedeuten eigentlich gar nichts, die haben wir eben so zugeteilt bekommen.”

“Aber da müssen doch eigentlich die Anfangsbuchstaben vom Vornamen und vom Nachnamen stehen. Oder die Anfangsbuchstaben von euren beiden Vornamen. So wie bei unserem Auto, da stehen da die Anfangsbuchstaben von Mama und Papa.”

Ich erkläre weiter: “Ja, das kann man so machen, das kann man sich manchmal bei der Zulassungstelle so aussuchen, das man bestimmte Buchstaben bekommt, manchmal kostet das dann auch was. Aber man kann sich auch einfach irgendein Kennzeichen zuteilen lassen und hat dann eben irgendeine Buchstabenkombination, die gar nichts bedeutet.”

Der Goldneffe denkt nach und begreift. Er ist nämlich wirklich ein sehr kluges Kind, dem man viele Dinge schon ganz normal erklären kann.

Auch ich denke nach. Stimmt, der Goldneffe kennt es gar nicht anders. In der gesamten angeheirateten Familie meiner Schwester wird das so gemacht. Ebenfalls im gesamten Freundeskreis der Familie. Jedes Autokennzeichen muss die richtige Buchstabenkombination haben, viele auch noch eine passende Zahl. Das ist dann meistens das Geburtsjahr, also neunzehnhundertirgendwas. Oder – vermutlich dann, wenn das Geburtsjahr nicht zu haben ist -  das Jahr des Autokaufs. Also in der Regel zweitausendirgendwas.

Und auch hier am neuen Wohnort, fällt mir ein, kenne ich einige Autofahrer, die ein angepasstes Kennzeichen haben. Eins davon finde ich besonders lustig. Eine Bekannte, die zufälligerweise dieselben Initialen wie der große deutsche Automobilkonzern mit Hauptsitz in Niedersachsen hat, fährt diese Initialen nun seit einigen Monaten auf einen Kleinwagen eines französischen Herstellers durch die Lande. Und ich muss immer grinsen, wenn ich dieses Auto sehe.

Diagnose

Die Ärztin hatte mich schon vor einigen Wochen darauf vorbereitet: Der Professor aus Süddeutschland, mit dem sie über meinen Fall gesprochen hatte, hätte erwähnt, das es möglicherweise auch mit einer Lactoseintoleranz zusammenhängen könnte, das diese in ganz seltenen Fällen eben nicht die üblichen Beschwerden hervorrufen könnte, sondern solche, wie ich sie habe. Da hatte ich das noch nicht sonderlich ernst genommen. Klar, ich würde das untersuchen lassen, aber ich und Lactoseintoleranz? Niemals! Wo ich doch Käse in allen Variationen über alles liebe…

Gestern dann der Test. Ein sogenannter Atemtest. Am Tag vorher nachmittags zum letzten Mal essen, am morgen nicht einmal Zähne putzen, denn auch in der Zahnpasta kann was sein. Bäh. Im Labor dann ins Röhrchen pusten, wie man das auch von der Polizeikontrolle kennt, hier allerdings mit zugeklammerter Nase und solange der Atem reicht.

Nach dem ersten Pusten wird das Frühstück serviert: 50g Milchzucker in einem Becher Wasser aufgelöst. Hmmmm, lecker! Ein Milchkaffee wäre mir lieber gewesen. Nachdem ich den Cocktail runtergewürgt habe, darf ich ein halbes Stündchen draußen Platz nehmen, Lisbeth Salander und Mikael Blomquist leisten mir Gesellschaft. Dann geht es wieder rein zum Pusten, außerdem wird mir in den Finger gepiekst, denn der Blutzuckerwert soll auch gemessen werden.

So geht das den ganzen Vormittag: ein halbes Stündchen lesen, dann einmal pusten, einmal Finger pieksen, weiterlesen. Beim dritten Pusten frage ich die Labormitarbeiterin, wie es denn aussieht. Es sieht gut aus, sagt sie, wenn da was wäre, müssten die Werte schon deutlich höher sein. Schön. Ich freue mich, das mich weiter ganz normal ernähren kann und gehe erleichtert weiterlesen.

Dann beim nächsten Pusten fragt mich die Mitarbeiterin, ob ich irgendwelche Beschwerden hätte. Habe ich nicht, bis auch ein leichtes Bauchgrummeln, das ich auf die mittlerweile 17 Stunden Nahrungsentzug zurückführe. Da grummelt mein Bauch schonmal, wenn er so lange nichts bekommt. Ich puste und die Mitarbeiterin reißt die Augen auf, sagt: Oh, jetzt steigt der Wert aber ganz schön an! Das müssen wir mal weiter beobachten! (Eigentlich wollten sie mich nach diesem Durchgang gehen lassen. Wenn der Wert weiter unten geblieben wären…)

Also bleibe ich, lese und puste weiter. Beim nächsten Mal ist der Wert nochmal deutlich angestiegen, danach ist er quasi auf dem gleichen Stand geblieben. Dann darf ich gehen.

Lactoseintoleranz also. Das ist ein harter Schlag. Mir, die ich mich in meinem Leben noch durch alle Käsesorten Frankreichs essen wollte. Die ich mich in der Butter vs. Margarine-Debatte immer treu und ergeben auf die Seite der Butter gestellt habe. Die ich weder Tee noch Kaffee ohne einen ordentlichen Schluck Milch runterkriege. Die Natur kann so gemein sein!

Aber vielleicht ist das ja tatsächlich die Ursache meiner gesundheitlichen Probleme und diese können nun gelöst werden. Das wenigstens wäre positiv.

Zurück

… aus der Versenkung. Bin ich.

Ich hatte den Blog vorübergehend stillgelegt, wer mich gefragt hat, kennt den Grund dafür.

Aber jetzt bin ich wieder da und es geht weiter. War ja irgendwie klar, das ich es nicht lange ohne aushalte.

Neuartige Werbung?

Gestern im Auto auf dem Heimweg. Vor mir fährt ein deutlich als solches erkennbares Fahrschulauto. Hach, da werden Erinnerungen wach…

Außer dem üblichen Fahrschule-Schild hat das Auto hinten drauf einem Namen und eine Telefonnummer stehen: Fahrschule Müller-Meier-Kunz, Kiel 123456

Und dann unter dem Nummernschild noch etwas, das, ich weiß nicht recht, vermutlich so etwas wie der Slogan des Unternehmens sein soll:

Es gibt “schlechtere”

Äh, ja. Schön. Da denke ich mir ja: Fein, es gibt also schlechtere? Dann aber offensichtlich auch bessere. Oder nicht? Denn sonst hätte man ja auch schreiben können: Wir sind die “besten”!

Und überhaupt, diese Anführungszeichen! Doch, ja, die waren da wirklich. Und zwar an genau diesen Stellen. Wie ist das nun wieder gemeint? “Schlechtere” in Anführungszeichen, ist das dann vielleicht ironisch gemeint und soll eigentlich das Gegenteil bedeuten? Also im Sinne von: In Wirklichkeit gibt es ganz viele bessere?

Reichlich kontraproduktiv, oder?

Klarer Fall von am falschen Ende gespart, würde ich sagen. Wahrscheinlich so in der Art: Kollege Schmidt hat doch eine Nichte, die vielleicht später mal Marketingkauffrau werden will, die soll sich doch mal einen lustigen Slogan für uns ausdenken und den pinseln wir dann auf unsere Autos. Das kostet uns dann ja auch nicht so viel wie wenn wir einen Fachmann engagieren würden.

Hätten sie mal jemanden gefragt, der sich mit so etwas auskennt…

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Wieselcontent

Das Wiesel - vor Kurzem in diesem Blog auf Besuch gewesen - wohnt für gewöhnlich bei Herrn Silencer (siehe Blogroll) in der Provinz Südniedersachsens. Derzeit ist es allerdings auf Reisen durch das Bloguniversum gegangen. Wer weiß, wohin das Wiesel seine Pfoten noch so tragen werden..