In allen Blogs hagelt es derzeit Jahresrückblicke, nun ja, es ist eben einfach die Zeit. Und ich? Einmal mehr spare, erspare ich mir dieses Ritual. Das vergangene Jahr war wirklich keines, das ich nochmal ganz genüsslich Revue passieren lassen möchte. Es begann sehr bescheiden mitten in Horrorumzug und Katastrophenrenovierung und endete, wie es eben endete. Und zwischendrin, da gabs auch eher weniger Lichtblicke.
Aussagen wie „aber im neuen Jahr wird bestimmt alles besser!“ mache ich nicht mehr. Das krasse Gegenteil ist danach in den letzten Jahren eingetreten.
2009 verlor ich viel zu früh meine Mama.
2010 verlor ich mein wunderschönes, gerade erst gefundenes Zuhause.
Und 2011 verlor ich den Menschen, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte.
Also stelle ich dieses Mal lieber von vornherein keine Erwartungen an das neue Jahr. Sondern versuche einfach nur selbst, mühsam den Kopf über Wasser zu halten und meinen Weg zu finden. Irgendwohin, wo ich wieder zuhause sein kann.
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Einen dicken Bonuspunkt für die Kollegin, die nicht nur nachfragte, ob sie in der SMS am Vortag meinen Vornamen überhaupt richtig geschrieben hätte (hatte sie nicht, der eine leidige Konsonant zuwenig, wie so oft…), sondern auch auf meine Bemerkung, wie viele Leute meine „Anstellerei“ bezüglich der richtigen Schreibweise „total albern“ fänden, erwiderte:
„Aber es ist doch dein Name, den deine Eltern dir gegeben haben!“
(Für alle, die jetzt wegen „Arbeit“ zu jubilieren anfangen wollen: es ist nur ein sehr popeliger, extrem unterbezahlter und auf wenige Monate befristeter Job. Und hierbleiben will ich ja ohnehin nicht auf Dauer.)
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Sehnsucht.
Sehnsucht nach einem Zuhause, nach meinem Leben, das ich hatte, nach meiner Liebe, die ich zu haben glaubte. Sehnsucht, in den Arm genommen zu werden, zu fühlen, das alles gut ist, das ich sicher und geborgen bin.
Kein Zuhause, keine Geborgenheit, keine Liebe.
Für lange Zeit.
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Gestern beim Shoppen mit der Schwester und den Neffen. In der DVD-Abteilung des Elektronik-Fachmarktes hat die Schwester schon wieder die Hand voller glitzeriger, plüschiger Kitsch-Kinder-DVDs, das sich mir die Fußnägel hochrollen. Da fällt mein Blick auf eine DVD-Box, die mich sofort an eine geschätzte Mitbloggerin denken lässt:
Und weil ich Frau Otter und ihre kinderunterhaltungsspezifische Fachkompetenz unbekannterweise sehr schätze, wanderte die DVD-Box spontan mit mir zur Kasse und die Neffen freuten sich über den unverhofft bevorstehenden Kulturgenuss.
Und eben lese ich beim Fellmonster, das heute Frau Otters Geburtstag ist. So ein Zufall!
Meine allerherzlichsten Glückwünsche! Genieße den Tag, lass dich schön feiern und hey, überleg dir das doch nochmal mit dem Aufgeben der Bloggerei! Ich bin nicht die einzige, die dich und deine Schreibe vermissen wird, das weiß ich.
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Manchmal stellt man sich ja schon die Frage, wozu man eigentlich bloggt.
Um Erlebtes festzuhalten, Gedanken, Erinnerungen, besonders lustige oder besonders ärgernliche Alltagserlebnisse, um große Freude aber auch große Trauer mit anderen zu teilen. So jedenfalls sind meine Beweggründe, grob zusammengefasst. Die Blogs, die ich gerne lese, sind sich darin alle mehr oder weniger und in gewisser Weise ähnlich. Sie behandeln die unterschiedlichsten Lebenswelten und Thematiken, sind darin aber eben auch sehr authentisch und mit sympathischer, schön zu lesender Schreibe geschrieben, nicht mehr, nicht weniger.
Ein paar ganz, ganz wenige Blogs lese ich nur hin und wieder, ganz, ganz selten, nicht, weil ich so gern darin lese, sondern weil ich irgendwann mehr zufällig darauf gestoßen bin und immer mal wieder neugierig bin, was sich da inzwischen so tut. Weil ich zum Beispiel irgendwann mal in einem meiner gerne zu lesenden Blogs über einen besonders dummen, blöden Kommentar gestolpert bin und eben mal nachsehen wollte, wer da dahintersteckt. Manchmal ist das ja so wie bei einem Unfall. Man will eigentlich gar nicht hinsehen, kann aber nicht damit aufhören.
Und da frage ich mich dann gelegentlich, warum eigentlich. Warum bloggt der- oder diejenige eigentlich?
Denn da stehen immer wieder lustige Geschichten, Anekdoten, Erlebnisse, geschrieben wie selbst erlebt. Und in den Kommentaren überschlägt sich alles mit erstaunten, beeindruckten Fragen: Ist ja der Hammer, und sag nur, was hast du da gemacht, wie hast du da reagiert? Und irgendwann kommt dann zögerlich die Antwort: Ja nee, mir ist das ja gar nicht passiert, ich hab davon nur im Radio gehört / in der Zeitung gelesen.
Oder es steht ein sehr nachdenklicher, leiser Text über dieses oder jenes Phänomen da. Auch dieser ganz ohne Zusatz, so das man natürlich annimmt, er sei vom Blogbetreiber verfasst. Aber irgendwie kommt einem der Satzbau, kommen einem die Worte doch bekannt vor, bringen irgendeine Erinnerung in einem zum Klingen. Und tatsächlich, auf die beeindruckten Kommentare: Hach, das hast du aber wunderschön geschrieben, liebe XY – kommt irgendwann ganz unten die zögerliche Antwort: Ja nee, das ist ja von Autor XY, ich fand’s halt so schön, das ichs mal gebloggt habe.
Mal ganz abgesehen davon, das man solches einfach nicht tut, das so etwas Diebstahl geistigen Eigentums ist, das der Hinweis auf den wahren Verfasser eben nicht irgendwo ganz unten in die Kommentare zu einem Beitrag gehört, sondern mindestens direkt an den Text, ganz abgesehen davon frage ich mich: Wozu. Wozu bloggt ein Mensch eigentlich, wenn er so gar nichts eigenes zu sagen hat, sich nur immer wieder mit fremden Federn schmücken kann?
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Dinge, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen.
Mein Liebster will auf einmal nicht mehr mein Liebster sein. Das bringt alles zum Einstürzen, woran ich in den vergangenen sechs Jahren geglaubt habe.
Nicht wissen, wie es jetzt weitergehen soll. Wo ich hin soll, will, kann.
Früher dachte ich immer, wenn alles mal so richtig schiefgeht, kann ich notfalls immer noch erstmal zurück zu Mama. Nun ist Mama aber schon seit über 2 Jahren nicht mehr da. Nie habe ich sie so sehr vermisst wie in den letzten Tagen… Trotzdem sitze ich jetzt vorerst wieder in meiner alten Heimat. Für den ersten Moment schien es die beste Lösung zu sein. Die Schwester ist da, die allerliebste Freundin auch. Aber langfristig kann ich hier nicht bleiben, das merke ich jetzt schon, nach nur zwei Tagen. Dörfliches Kleinstadtidyll – das kann ich nicht mehr. Schon gar nicht, wenn ich alleine bin.
Einerseits sehne ich mich seit unserem Wegzug dort zurück in die schöne Stadt an der Förde. Dort habe ich mich wohlgefühlt, dort war ich glücklich. Doch wäre das jetzt gut für mich?
Glücklich war ich dort mit ihm. Ich habe die Stadt durch ihn kennengelernt, ich bin mit ihm und wegen ihm dorthin gezogen, damals. Und habe damals daran geglaubt, das wir eine gemeinsame Zukunft haben. Haben wir die nun gar nicht mehr? Mein Herz will das nicht akzeptieren.
Hätte ich letztes Jahr besser alleine dort bleiben sollen? Wären wir dann vielleicht nicht dahin gekommen, wo wir jetzt sind?
Und wenn ich jetzt wieder dorthin zurück ginge, könnte ich damit leben, an allen Ecken auf Erinnerungen zu stoßen, Erinnerungen an die schönste Zeit meines Lebens? Selbst hier, bei der allerliebsten Freundin, bei der ich zunächst für ein paar Tage untergekrochen bin, ist alles voller Erinnerungen. So oft waren wir gemeinsam hier in den vergangenen Jahren. Nicht einmal den Knopf der Kaffeemaschine kann ich drücken, ohne an ihn zu denken. Wie wäre das erst in der Stadt, in der unser gemeinsames Leben begonnen hat? Könnte ich das aushalten?
Und würde ich aushalten, das fast alle Menschen die ich dort kenne, Menschen sind, die ich durch ihn kennengelernt habe?
Ich kann jetzt im Grunde überall hin. Überall und nirgendwo.
Ich hätte so gerne Antworten.
Antworten auf die Frage warum gerade jetzt? Auf die Frage, ob er eigentlich jemals mit mir glücklich war in den vergangenen sechs Jahren. Wann er eigentlich angefangen hat, mich nur noch negativ zu sehen. Wann er mich das letzte Mal vermisst hat, wenn ich nicht da war. Auf die Frage, ob unser gemeinsames Leben wirklich so wenig wert ist, das man es wegen ein paar Schwierigkeiten gleich wegwerfen muss. Schwierigkeiten kann man doch überwinden. Ich glaube daran, das das geht. Wenn beide es wollen.
Ich vermisse ihn. Sehr. Ich bin traurig, verzweifelt, fassungslos. Und wie immer in den letzten Jahren, wenn ich mal unglücklich war, will mein Körper sich trostsuchend in seine Arme schmiegen und sich an an ihn kuscheln, will Geborgenheit fühlen. Doch da ist niemand mehr. Niemand zum Ankuscheln und Trost spenden. Mein Körper begreift das nicht. Ich auch nicht.
Mein Körper will einfach nur gehalten und getröstet werden. Mein Kopf kreist ständig um diverse wieso und warums. Und dazwischen stehe ich und muss von einem Tag zum anderen plötzlich mein Leben komplett neu organisieren. Entscheidungen über Dinge treffen, die wir die ganzen letzten Jahre gemeinsam hatten. Und gleichzeitig damit fertigwerden, das die Zukunft so wie ich sie in den letzten Jahren immer gedacht habe nun ganz einfach ausfällt.
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Eine frohe Botschaft von der Laktosefrei-Front:
Neulich im Großsupermarkt wollte ich mich gar nicht lange aufhalten und griff quasi im Vorbeirennen ein paar Milchpackungen des Laktosefrei-Marktführers aus dem Kühlregal. Dieselben wie immer, wie ich dachte, 1,5% Fettgehalt, H-Milch, laktosefrei.
Ein paar Tage später, als ich die erste der an diesem Tag gekauften Milchpackungen angebrochen hatte, fiel mir auf, das der Kaffee irgendwie viel besser als sonst schmeckte. (Woanders als im Kaffee trinke ich ohnehin schon lange keine Milch mehr.) Merkwürdig! Woran das wohl liegt?
Ein genauerer Blick auf die Packung führte schließlich zu des Rätsels Lösung: Die 1.5%ige vom Laktosefrei-Marktführer gibts neuerdings auch in frisch, nicht mehr nur als H-Milch!
Geschmacklich ein ganz schöner Unterschied, finde ich. Freude!
(Ja, in vielen Supermärkten steht auch die H-Milch, die laktosefreie, im Kühlregal. Damit man sie besser findet vielleicht. Oder warum auch immer.)
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Liebe Überteuerte-internationale-Kaffeeketten-Mitabeiterin,
Wenn ich sage, das ich einen Eiskaffee haben möchte, der aus nichts weiter als Kaffee, (laktosefreier) Milch und vielen Eiswürfeln besteht, dann meine ich auch genau das: Kaffee, Milch (die laktosefreie in meinen Fall) und Eiswürfel (davon ganz viele). Die ganzen schicken, total hipp klingenden Namen eurer überteuerten Kaffeespezialitäten sind mir kaum geläufig, genau deshalb liefere ich eine so genaue Beschreibung dessen ab, was ich im Becher haben möchte.
Und wenn ich das genau so ordere, – Kaffee, Milch (ohne die bösen Laktosetierchen) und Eiswürfel – und du dazu freundlich und bestätigend nickst, werteste Überteuerte-internationale-Kaffeeketten-Mitabeiterin, dann möchte ich auch genau das in meinem Becher haben. Und nur das.
Irgendsoein völlig übersüßter Aromasirup hat dann nichts in meinem Becher verloren. Habe ich nicht bestellt, will ich nicht haben.
Ende der Durchsage.
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