Vor ca. 10 Tagen wurde mir zum Lohn für meine Wieselsuchbildfindeleistung ein Besuch des Wiesels angekündigt. Seitdem warten wir hier auf das Wiesel. Jeden Moment, so dachte ich, würde es klingeln, an der Tür kratzen oder auch einfach ganz frech die Klinke runterdrücken oder am Balkon hochklettern. Tag um Tag verging, kein Wiesel kam an. Nun ist ja für so ein kleines Tierchen so eine weite Reise auch nicht so ganz einfach. Und selbst der Wieselerziehungsberechtigte wusste nicht, welchen Reiseweg das Wiesel wählen würde. Also warteten wir, freuten uns auf den Besuch. Denn netter Besuch ist doch was Feines.
Letzte Woche fuhren wir dann wie so oft auf dem Heimweg über die Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Auf der Straße vor uns bot sich uns plötzlich ein trauriger Anblick, wie man ihn leider häufig auf stark befahrenen Straßen sieht: Ein plattgefahrenes nicht mehr sehr lebendiges kleines Pelztier. Gattung so im vorüberfahren nicht mehr identifizierbar. Ich dachte mir zunächst nichts böses, jedoch der Mann neben mir fragte plötzlich:
„Was macht den so ein Tierchen mitten auf der Hochbrücke? Auf Landstraßen ist das ja normal, das Tiere darüberlaufen und das ein oder andere erwischt wird, aber was für ein Tier läuft denn über die Hochbrücke?“
Ich: „Keine Ahnung.“
Doch dann fiel es mir wie Schuppen vor die Augen: „Ach herrje! Das Wiesel! Das Wiesel muss über die Hochbrücke, wenn es zu uns will! Oh nein! Nicht das Wiesel!“
Betroffenes Schweigen. Was war zu tun? Zurückfahren, ein Foto machen und an den Wieselerziehungsberechtigten schicken, mit der Bitte um Identifizierung der traurigen Überreste? Wer bringt das übers Herz? Ich nicht.
Also warteten wir weiter, in der schwachen Hoffnung, das es womöglich doch nicht das Wiesel war, das dort auf der Hochbrücke so plötzlich aus seinem jungen, hoffnungsvollen Leben gerissen wurde.
Gestern dann große Erleichterung. Das Wiesel hat es noch gar nicht aus G-Town herausgeschafft, hat sich erstmal – auf der Suche nach einer Reisegelegenheit und in der Hoffnung, lecker Proviant absahnen zu können – bei Frau Wortkomplex verkrochen. Dort geht es ihm allem Anschein nach ausgezeichnet, es besetzt dreist fremde Betten, stöbert in fremden Kühlschränken und surft in unbeobachteten Momenten im Internet. Wer weiß, auf was für Seiten…
Also freuen wir uns, das das Wiesel entgegen allen Befürchtungen gesund und munter ist und hoffen, das es recht bald den Weg in den hohen Norden finden wird. Haben wir doch schon zahlreiche Pläne gemacht!


Rührend, dass ihr euch so um das Wiesel sorgt. Ich war auch froh zu hören das es ihm gut geht. Wiesel sind nun mal eigen, was die Wahl ihrer Wege angeht, da kann man nichts machen.
Wichtig ist der letztlich der Spass am Spass. Und wenn die Reiseroute dieser Fun-Aktion etwas verschlungener wird: umso besser.
Und wenn ich mir angucke, was plötzlich alles in meiner Wohnung fehlt, würde ich vermuten: das Wiesel bringt Gastgeschenke mit nach Kiel.
Menno, bei mir krabbelte das Wiesel nur kurz unters T-Shirt, wohnen darf es ja nicht bei mir, weil Nicht-Blogger ja ignoriert werden. brrrr…dabei hätte ich gerne Besuch.
Danke für Ihre Nordworte! Mir blieb erst das Herz stehen, aber es ist ja alles noch mal gut gegangen.
Nördlich des Nordostseekanals existieren ja bekanntermaßen keinerlei Wirdschweine mehr. Und wenn welche auftauchen sind sie zum Abschuss freigegeben. Warum das so ist weiß ich nicht mehr. Aber ich habe in einem Wald mal eine komplette Familie von den Dingern angefahren. Nicht doll, aber es ist passiert. Nun frage ich mich ja wie die dahin gekommen sind. DIe müssen auch über irgendeine Brücke gekommen sein…man man man! Man glaubts ja nicht!
Das Wiesel versucht doch immer noch, das Kapitänspatent zu erlangen (was ihm im Urlaub doch nicht gelungen ist). Daher denke ich, wird es sowieso eher mit dem Adler den Nord-Ostsee-Kanal überwinden. Wenn es nicht gar diese kleine Fähre direkt mal für ein paar Stunden in seine Gewalt bringt…
Ach, wenn es mal in Hamburg landet, klappt es auch mit dem Patent
Bis dahin mahct es hoffentlich keine Dummheiten!!
[...] Wer weiß, was das Viech sonst noch anstellt. Und das alles, während Frau Zimtapfel sich schon in besorgten Nordworten fragt, wann das Wiesel wohl in Kiel aufschlägt (u…. [...]