Frau Düne Sieben hier aus der Nachbarschaft hat schon rechtzeitig darauf hingewiesen und selbstverständlich habe ich ihn nicht verpasst: Den gestrigen Kiel-Tatort. Der Tatort gehört für mich zum Sonntag wie der Rotwein zum Käse.
Zugegeben, der gestrige – „Borowski und die einsamen Herzen“ – gehörte nicht wirklich zu den Sternstunden der Tatortgeschichte, dazu war die Story denn doch ein wenig zu vorhersehbar. Frauen, die ihr neues Lebensglück in Anzeigenbekanntschaften suchen – lustig dabei, das die Kieler Nachrichten plötzlich Kieler Bote hießen – und grausam dahingemeuchelte Männer, die allesamt die nähere Bekanntschaft der einen Dame gemacht hatten, jeweils kurz bevor sie ins Messer der anderen rannten. Dieses verhuschte Mäuschen Marke scheues Reh kam mir von Anfang an nicht ganz sauber vor.
Tatort-Fan bin ich seit mindestens 10 Jahren. Als der erste Kiel-Tatort im Herbst 2003 über die Mattscheibe flimmerte, konnte ich noch nicht ahnen, das ich zwei Jahre später eine Beziehung mit einem Kieler anfangen würde und das ich fünf Jahre später selbst hier oben wohnen würde. Dennoch, der mürrisch-tapsige Borowski – legendär seine harsche Anrufbeantwortung „Ich höre!“ – war mir gleich sympathisch. Auch wenn ich die Stadt, in der er ermittelte, noch nie besucht hatte.
Doch das änderte sich, wie gesagt. Und dann wurden Borowski und der Kieler Tatort für mich eine Verbindung zu meinem Liebsten, wenn wir uns wieder wochenlang nicht sehen konnten. Dann sah ich Herrn Borowski an Plätzen ermitteln, an denen wir schon zusammen waren, erkannte bei immer mehr Drehorten, wo die Szene gerade spielte und konnte ganz pauschal auch in Besuchs-Zwischenzeiten meinem Liebsten irgendwie nah sein, indem ich den Kommissar in seiner Stadt beim Ermitteln begleitete.
Und nun wohne ich also selbst hier und stelle fest, das „unser“ Tatort nun tatsächlich fast direkt vor meiner Haustür gedreht wurde. Da arbeitet der Kommissar als Lockvogel seine Dates in einer Kneipe ab, an der ich beim Spazierengehen schon häufig vorbeigelaufen bin das nächste Mal gehe ich rein!, da fährt er unzählige Male in den 90 Minuten über meine Hochbrücke, komischerweise aber immer nur in Richtung stadtauswärts. Ist ja auch irgendwie verständlich, die Aussicht über die Fahrbahn nach stadtauswärts über die Schleuse ist halt auch viel schicker und telegener als die potentielle Aussicht über die stadteinwärts führende Fahrbahn hinweg auf ein paar olle Speichergebäude am Kanal.
Und zu guter letzt, nein, eigentlich schon ganz am Anfang des Films, stelle ich fest, das ich tatsächlich hätte durchs Bild laufen und Borowski die Hand geben können. Klar, das hätten die rausgeschnitten. Aber trotzdem.
Eines schönen Morgens im Frühjahr, ich war noch nicht allzu lange in der Stadt, fuhr ich, auf dem Weg zu einem Termin, mit dem Kleinen Schwarzen Auto Richtung Innenstadt. An der Kiellinie fielen mir vor einem schicken, modernen Kasten aus Glas und Beton, der mir aufgrund seiner teuer aber ungemütlich wirkenden Architektur schon häufiger ins Auge gefallen war, einige große, dicke nicht ganz unauffällige Wagen mit dem Schriftzug NDR auf. Ich dachte noch so bei mir: Ob die da wohl einen neuen Tatort drehen? Aber im Laufe der letzten Monate geriet mir die Sache in Vergessenheit. Und dann ist doch im gestrigen Tatort genau dieses Haus ganz am Anfang der Tatort!
Ja, ich wohne jetzt in einer Stadt, die ihren eigenen Tatort hat. Und wer weiß, womöglich schaffe ich es eines Tages, als Statistin vor Borowski durchs Bild zu laufen.


huhu frau zimtapfel
ich hatte das vergnügen bei dem tartort „mann über bord“ eine statistenrolle zu bekommen. die haben damals bei uns in der klinik ein paar szeenen gedreht, brauchten mich eigentlich für abklärung der örtlichkeiten, haben mich dann freundlicherweise in eine miniszeene eingebaut und ich konnte mit axel milberg etwas „schnacken“.
falls du mal gucken möchtest:
http://de.youtube.com/watch?v=NSCTf4E4Fug
es war auf jeden fall sehr spannend und interessant mal hinter die kulissen zu sehen, allerdings bekommen die echten statisten nichts mit und müssen unter umständen stundenlang warten, werden dann kurz irgendwo hin plaziert, bekommen 50 euro in dei hand gedrückt und müssen gehen… nicht wirklich spannend.
Och, ich glaube, ich fände das trotzdem sehr spannend. Beneide dich gerade sehr!
Den Tatort habe ich auch gesehen. Auch für mich ist Borowski immer eine Art Verbindung zu meiner alten Heimat, auch wenn ich nicht direkt aus Kiel komme. Aber zu sagen, guck mal, Schatz, da habe ich auch schon gestanden, oder da bin ich auf der KiWo noch mit Schonzeit längsgelatscht, ist schon irgendwie nett.
Und da hinten in Schilksee wohnt auch ein sehr guter Freund von mir, so hat mich der Tatort daran erinnert, dass ich ihn schon längst mal wieder anrufen wollte…!
Ich habe mal in einer Stadt gewohnt, liebe Frau Zimtapfel, da hat das Team von der Versteckten Kamera sein Unwesen getrieben. Das war nicht wirklich lustig. Zumindest nicht für die, die in der Telefonzelle stand, die gerade mit einem Gabelstapler in die Luft gehoben wurde.
Herzlich und Handyfan
Ihre FrauvonWelt
In unserer Straße sollte auch mal gedreht werden…wurde angekündigt, aber ist irgendwie nix passiert
Ich verpass die Kieler Tatorte irgendwie andauernd…Mist!
Aber ist immer lustig die Orte wiederzuerkennen, vor allem in was sie Firmen umbenennen…die Post am Lessingplatz war mal irgendwie etwas das „TNL“ oder so hieß…und die Lessinghalle daneben war plötzlich eine normale Post ^^
Und bei dem Tatort mit dem Typen, der auf der Hörnbrücke erschossen wurde, war das Gericht plötzlich im Schloss…
Bei uns drehen sie bloß immer Kah-Ällf: Pfuibah.
bin mal gespannt… heute sind „wir“ wieder dran mit Tatort. Hat ja lange genug gedauert.
…… hoffe ich jedenfalls.
Den Kieler mag ich auch, aber einen aus meiner Stadt ist auch mal wieder schön
[...] Borowski, ich komme! [...]
Ich wohne auch in einer Stadt, die einen eigenen Tatort hat.
Bei uns wird in der Firma gedreht, weil wir quasi das Büro für die Jungs stellen. Jedesmal ein riesen Bohei, wenn alle anrücken.