Letzte Woche hatte ich das aufgrund einer Entfernung von über 400 Kilometern höchst seltene Vergnügen, den Goldneffen vom Kindergarten abholen zu dürfen.
Beim Einsteigen in das Kleine Schwarze Auto stand der Goldneffe einen Moment davor und betrachtete nachdenklich das Kennzeichen. (Der Goldneffe kann mit seinen fünf Jahren nämlich schon augezeichnet lesen – selbst beigebracht.)
„Hm. Das da“ – er deutet auf das KI – „heißt Kiel.“ Gutes Kind! „Aber was heißt das da?“ Er deutet auf die beiden Buchstaben in der Mitte.
Ich erkläre: „Das ist das Kennzeichen. Die Buchstaben bedeuten eigentlich gar nichts, die haben wir eben so zugeteilt bekommen.“
„Aber da müssen doch eigentlich die Anfangsbuchstaben vom Vornamen und vom Nachnamen stehen. Oder die Anfangsbuchstaben von euren beiden Vornamen. So wie bei unserem Auto, da stehen da die Anfangsbuchstaben von Mama und Papa.“
Ich erkläre weiter: „Ja, das kann man so machen, das kann man sich manchmal bei der Zulassungstelle so aussuchen, das man bestimmte Buchstaben bekommt, manchmal kostet das dann auch was. Aber man kann sich auch einfach irgendein Kennzeichen zuteilen lassen und hat dann eben irgendeine Buchstabenkombination, die gar nichts bedeutet.“
Der Goldneffe denkt nach und begreift. Er ist nämlich wirklich ein sehr kluges Kind, dem man viele Dinge schon ganz normal erklären kann.
Auch ich denke nach. Stimmt, der Goldneffe kennt es gar nicht anders. In der gesamten angeheirateten Familie meiner Schwester wird das so gemacht. Ebenfalls im gesamten Freundeskreis der Familie. Jedes Autokennzeichen muss die richtige Buchstabenkombination haben, viele auch noch eine passende Zahl. Das ist dann meistens das Geburtsjahr, also neunzehnhundertirgendwas. Oder – vermutlich dann, wenn das Geburtsjahr nicht zu haben ist - das Jahr des Autokaufs. Also in der Regel zweitausendirgendwas.
Und auch hier am neuen Wohnort, fällt mir ein, kenne ich einige Autofahrer, die ein angepasstes Kennzeichen haben. Eins davon finde ich besonders lustig. Eine Bekannte, die zufälligerweise dieselben Initialen wie der große deutsche Automobilkonzern mit Hauptsitz in Niedersachsen hat, fährt diese Initialen nun seit einigen Monaten auf einen Kleinwagen eines französischen Herstellers durch die Lande. Und ich muss immer grinsen, wenn ich dieses Auto sehe.


Ich oute mich mal – auch wir fahren seit Jahren Autos mit den Initialen der Kinder (höchst einfach wenn alle mit dem gleichen Buchstaben anfangen). Die Nummern müssen nur einfach sein – ich kann sie mir zwar trotzdem nie merken aber so hab ich wenigstens eine Chance.
Kluger Goldneffe
(Wunschkennzeichen finde ich soooo spießig.. wie Partnerlook-Windjacken *just my 2 cents* )
Ich mag die Wunschkennzeichen nicht besonders
Erst gestern fuhr vor mir so ein Wunschgenosse mit „uschel 1″ …
Irgendwann kurz vor Wien ist mir aufgefallen, dass er aus Wien ist und eigentlich sich „W uschel1″ genannt hat
Oh, jetzt bringen Sie mich auf Ideen.. ich ziehe nach Potssam und nehme das Kennzeichen PUSCHEL
(Aber so viele Buchstaben bekommt man in D nicht glaupich)
PotsDam meinte ich natürlich!
Vielleicht nach Österreich übersiedeln, in eine Stadt mit P? Alles im Dienste der Puschligkeit!
Und dann einen ganzen Fuhrparkt aufstellen: P-uschel-1, P-uschel-2, P-uschel-3, …
Übersiedeln wäre etwas viel verlangt… aber eine Außenstelle der Puschligkeit sollte auf jeden Fall dorthin und dann kommt der Fuhrpark