Dinge, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen.
Mein Liebster will auf einmal nicht mehr mein Liebster sein. Das bringt alles zum Einstürzen, woran ich in den vergangenen sechs Jahren geglaubt habe.
Nicht wissen, wie es jetzt weitergehen soll. Wo ich hin soll, will, kann.
Früher dachte ich immer, wenn alles mal so richtig schiefgeht, kann ich notfalls immer noch erstmal zurück zu Mama. Nun ist Mama aber schon seit über 2 Jahren nicht mehr da. Nie habe ich sie so sehr vermisst wie in den letzten Tagen… Trotzdem sitze ich jetzt vorerst wieder in meiner alten Heimat. Für den ersten Moment schien es die beste Lösung zu sein. Die Schwester ist da, die allerliebste Freundin auch. Aber langfristig kann ich hier nicht bleiben, das merke ich jetzt schon, nach nur zwei Tagen. Dörfliches Kleinstadtidyll – das kann ich nicht mehr. Schon gar nicht, wenn ich alleine bin.
Einerseits sehne ich mich seit unserem Wegzug dort zurück in die schöne Stadt an der Förde. Dort habe ich mich wohlgefühlt, dort war ich glücklich. Doch wäre das jetzt gut für mich?
Glücklich war ich dort mit ihm. Ich habe die Stadt durch ihn kennengelernt, ich bin mit ihm und wegen ihm dorthin gezogen, damals. Und habe damals daran geglaubt, das wir eine gemeinsame Zukunft haben. Haben wir die nun gar nicht mehr? Mein Herz will das nicht akzeptieren.
Hätte ich letztes Jahr besser alleine dort bleiben sollen? Wären wir dann vielleicht nicht dahin gekommen, wo wir jetzt sind?
Und wenn ich jetzt wieder dorthin zurück ginge, könnte ich damit leben, an allen Ecken auf Erinnerungen zu stoßen, Erinnerungen an die schönste Zeit meines Lebens? Selbst hier, bei der allerliebsten Freundin, bei der ich zunächst für ein paar Tage untergekrochen bin, ist alles voller Erinnerungen. So oft waren wir gemeinsam hier in den vergangenen Jahren. Nicht einmal den Knopf der Kaffeemaschine kann ich drücken, ohne an ihn zu denken. Wie wäre das erst in der Stadt, in der unser gemeinsames Leben begonnen hat? Könnte ich das aushalten?
Und würde ich aushalten, das fast alle Menschen die ich dort kenne, Menschen sind, die ich durch ihn kennengelernt habe?
Ich kann jetzt im Grunde überall hin. Überall und nirgendwo.
Ich hätte so gerne Antworten.
Antworten auf die Frage warum gerade jetzt? Auf die Frage, ob er eigentlich jemals mit mir glücklich war in den vergangenen sechs Jahren. Wann er eigentlich angefangen hat, mich nur noch negativ zu sehen. Wann er mich das letzte Mal vermisst hat, wenn ich nicht da war. Auf die Frage, ob unser gemeinsames Leben wirklich so wenig wert ist, das man es wegen ein paar Schwierigkeiten gleich wegwerfen muss. Schwierigkeiten kann man doch überwinden. Ich glaube daran, das das geht. Wenn beide es wollen.
Ich vermisse ihn. Sehr. Ich bin traurig, verzweifelt, fassungslos. Und wie immer in den letzten Jahren, wenn ich mal unglücklich war, will mein Körper sich trostsuchend in seine Arme schmiegen und sich an an ihn kuscheln, will Geborgenheit fühlen. Doch da ist niemand mehr. Niemand zum Ankuscheln und Trost spenden. Mein Körper begreift das nicht. Ich auch nicht.
Mein Körper will einfach nur gehalten und getröstet werden. Mein Kopf kreist ständig um diverse wieso und warums. Und dazwischen stehe ich und muss von einem Tag zum anderen plötzlich mein Leben komplett neu organisieren. Entscheidungen über Dinge treffen, die wir die ganzen letzten Jahre gemeinsam hatten. Und gleichzeitig damit fertigwerden, das die Zukunft so wie ich sie in den letzten Jahren immer gedacht habe nun ganz einfach ausfällt.



Liebe Frau Zimtapfel,
es tut mir so leid, das zu lesen. Schon länger war ich nicht mehr auf Ihrem Blog, erinnere mich aber noch an die Zeit, in der Sie sich gefragt haben, ob und wie das mit einer Fern-/Wochenendbeziehung laufen kann.
Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft für die kommende Zeit und Menschen, die Ihnen die Unterstützung geben können, die Sie brauchen.
Ich hab dir ja schon Kraft gewünscht. Allerdings: nochmal. (Ich hab keine Ahnung wie die Umarme-Smileys gehen.)
Ach Du. Es tut mir so so leid.
Ich wünschte, ich könnte Dich irgendwie trösten.
Während des Lesens kamen bei mir die Erinnerung an das Gefühl hoch, wie das bei mir gewesen ist.
Ich will Dir damit sagen, dass ich sehr mitfühle.
So spontan ist es schwierig, Dir zu etwas zu Raten. Du solltest Dir auch selbst etwas Zeit nehmen und nichts überstürzen.
Ich persönlich weiß nicht, ob ich dahin gehen würde, wo mich alles erinnert. Ich glaube, wenn schon, dann würde ich ganz von vorne anfangen.
Aber zunächst hoffe ich, dass Du die nötige Kraft findest, die richtige Entscheidung zu treffen und einen Schritt nach dem anderen gehen zu können.
Fühl Dich gedrückt, wenn ich darf.
FrauSSL
Oh, nein!!! Es tut mir so sehr leid!
Ach, wenn ich dir doch irgendwie helfen könnte…
… Und wenn du zurück ans Meer gehst, aber in einen anderen Ort, einen, der nicht so voll von Erinnerungen ist?…
Ganz, ganz herzlich!
Puh. Helfen kann ich nicht, aber mitfühlen.
Ich würde raten, jetzt keine langfristigen Entscheidungen zu treffen, das hätte ich in der Situation zumindest nicht gekonnt. Eine Lösung für ein paar Monate finden, das wäre jetzt aus meiner Sicht das Beste. Und irgendwann werden die Vorstellungen von einer Zukunft wieder kommen.
Ach, meine Liebe, das tut mir wirklich sehr leid. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Zuversicht in dieser Zeit und liebe Menschen, die Dich auffangen. Alles Liebe für Dich.
Ach liebe zimtapfel,
ich kann Dir im Moment nur den Rat geben, nichts zu überstürzen. Auch wenn Du Dich in der alten Heimat nicht mehr zu Hause fühlst, so ist da doch erstmal ein Dach über Deinem Kopf.
Aus dieser Schocksituation des ersten Schreckens heraus Entscheidungen zu treffen, wohin es gehen soll, ist denkbar ungünstig. Meiner bescheidenen Erfahrung nach zumindest.
Fühl Dich bitte ganz lieb gedrückt. <3
Blöder Mist.
*dicken Trostknuddel hierlass*
Auch von mir in aller Unfassbarkeit eine herzliche Umarmung und der aufrichtige Versuch, ganz, ganz viel Trost hier zu lassen. Und ganz viel Mut und Kraft, etwas Neues anzugehen und den fiesen Schmerz abschüttteln zu können.
Sch…, wenn es so unerwartet kommt. So geschen auch im Freundeskreis mehrfach in jüngster Vergangenheit. Auch als Freundschaft bleibt man irgendwie amputiert zurück…
Ich fühle mit Dir.
Ich denke auch: nichts überstürzen. Momentan wird alles überall an ihn erinnern. Das ist einfach nicht zu verstehen. Ich wünsche Dir Kraft, und dass es jeden Tag ein wenig besser geht, auch wenn es sich zunächst nicht so anfühlt.
Dass Deine Schwester und die allerliebste Freundin für Dich da sind.
Dass Du den Boden wieder findest!
Liebe Zimtapfel, ich habe es gelesen. Sagen und raten kann ich nichts dazu. Ich hoffe nur, du findest deine Bodenhaftung wieder.
Och man, lass dich mal fest drücken.
Zeit verstreichen lassen, das hilft, auch wenn du dir momentan mit Sicherheit nicht vorstellen kannst, dass das je besser werden könnte. Mir half damals neue Leute kennenlernen (und in dem Zuge lernte ich sogar den Mann kennen) – vielleicht auch eine Ablenkung für dich? Dann, wenn du genug getrauert und bedauert hast, meine ich.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Und Schultern zum Anlehnen. Und ja, ich weiß, was du meinst, wenn du sagst, dass man die Mutter genau in diesem Augenblick am schmerzlichsten vermisst. Kein Ort zum “Zurückkehren” mehr, kein sicherer Hafen, einfach weg. Aber du hast deine Schwester, immerhin. Und eine liebe Freudin. Du bist nicht allein, hörst du?
es tut mir leid. ich weiß genau wie du dich fühlst, auch wenns bei mir noch ein bißchen anders ist.
nimm dir die zeit um zu trauern und um wütend zu sein und wenn du damit fertig bist, wirst du wissen wie und wo es weitergeht.
noch weiter im norden ist es auch ganz hübsch
Schrecklich. Eine Trennung ist wie Trauer um einen geliebten Menschen, sagt man. Trauer um ihn und um die Beziehung. Ja, ich wünsche dir liebe Menschen, die dich hin und wieder ablenken. Den Blick nach vorne richten. Es tut weh, und es braucht Zeit, bis aus diesem Scherbenhaufen etwas Neues wachsen kann.
Es tut mir leid.
von aussen weiss man, dass alles wieder gut und viel besser als vorher wird, von innen ist das gefühl der trostlosigkeit unerträglich, das weiss ich wohl. ich wünsche dir sehr viel kraft für die nächste zeit, und dass du bald das potential dieser situation als positiv empfinden kannst. die komplette neuorientierung-aus dem nest gestossen worden sein und ein neues leben anfangen müssen, dass sich das bald als glück für dich herausstellt. ich hoffe sehr, dass du einen ort findest, an dem du dich so wohl fühlst wie in der großartigen stadt an der förde, und du dort eine von dir selbst geschaffene welt findest. vor allem:lass dir zeit! die prozesse dauern manchmal ganz schön.
ich drück dich unbekannterweise.
Ich schließe mich yaels Worten an und wünsche Dir alles Gute!
Auch von meiner Seite alles Gute für Dich! Ich denke auch, dass es besser ist, im Moment keine langfristigen Entscheidungen zu treffen, oft regelt sich einiges ja schon durchs abwarten. Gut, dass Du nicht allein bist, ganz liebe Grüße
Juniwelt
Darf ich fluchen? Ja?
ACH DU VERDAMMTE KACKSCHEISSE!
Nach dem, was ich so lesen konnte, war es ja auch so schon eine turbulente Zeit für dich, und ich hoffe, und wünsche dir viel Kraft, dass du auch das durchstehst – auch wenn ich vielleicht im Moment noch selber viel mehr überzeugt bin, dass du es packst, als du. :/
Aber in solchen Situationen kann man wohl wirklich nur schwer die richtigen Worte finden… Alles Gute dennoch für das, was kommt.
Au weia, das ist bitter. Bei dem, was du über die Stadt an der Förde geschrieben hast, in der dich alles an ihn erinnern wird, muss ich an ein Zitat denken, das ich mal irgendwo gelesen habe: “Nichts ist unwohnlicher als ein Ort, an dem man einmal glücklich war.” (Sinngemäß)
Ich wünsche dir viel Kraft und vor allem, dass du wieder einen Ort findest, an dem du dich zu Hause fühlen kannst.
Zum ersten Mal durch Zufall hier gelesen, für sehr nett befunden und dann gleich so eine Nachricht … es tut mir sehr sehr Leid … obwohl wir uns nicht kennen … obwohl ich neu hier bin. Einfach deswegen, weil mir Trennungsschmerz und Warum-Fragen bekannt sind – glücklicherweise aus früheren Zeiten.
Alles Gute & viel Kraft für die nächste Zeit, wo auch immer der Weg örtlich und gefühlsmäßig hinführen wird !
Frau Mena.
Weil es nichts Tröstendes gibt, was ausgesprochen wirklich tröstend ist, halte ich es wie Piri und wünsche dir die Rückgewinnung der Bodenhaftung…
Ach Mensch, nun war ich eine ganze Weile nicht hier und dann sowas.
Ich hoffe du kannst so langsam wieder nach vorne sehen (ich bin ja etwas spät dran)
Fühl dich gedrückt.
Ach, Du meine Güte!!!!!
Ich lese das erst heute – und ich bin erschüttert.
Liebstes Zimtäpfelchen… ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Das ist so schlimm und tut mir so sehr leid.
*sprachlos*
[...] wirklich so wenig wert ist, das man es wegen ein paar Schwierigkeiten gleich wegwerfen muss.” Was Frau Zimtapfel sagt.Punkt. Share this:FacebookTwitterLike this:LikeBe the first to like this post. This entry was [...]
Oh, das lese ich erst heute. Ich war mit meinem eigenen Leben so beschäftigt, dass ich dich eine Weile gar nicht beachtet habe. Und jetzt das.
Du sprichst mir aus der Seele: Heute wird gerne wegen Kleinigkeiten Schluss gemacht. Sowie die erste echte Schwierigkeit auftaucht, ist es vorbei. Ich hasse das, weil ich es selbst erlebt habe. Wobei ich für mich nicht von einer Kleinigkeit sprechen würde, aber dennoch: Gemeinsam kann man alles schaffen. Wenn ich daran denke, wie meine Großeltern zusammengehalten haben und meine Eltern.
Shame on you, Facebook and Friendscout Generation!
Ich denk an dich, du lieber Zimtapfel. Wegen dieser Stadt an der Förde kann ich dir auch keinen Rat geben. Ich selbst neige zum Ausweichen, Flüchten, mich Entziehen. Aber vielleicht bist du diejenige, die sich den Geistern ihrer Vergangenheit stellen, und dann wieder glücklich werden kann…?