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Archiv für die Kategorie ‘Lesen’

Letzte Nach war ich im Kino. Zum zweiten Mal dieses Jahr. Und habe dabei die Zahl der dieses Jahr direkt mal um 200 Prozent gesteigert. Mir also zwei Filme auf einen Schlag angesehen. So ganz stimmt das allerdings auch nicht, eigentlich war es nur ein Film. Der allerdings aus Gründen in zwei Teilen veröffentlicht worden ist – die Produzenten behaupten, er wäre sonst zu lang geworden, was sie in anderen Fällen jedoch auch nicht gestört hat, die Allgemeinheit weiß, mit zwei Filmen können die Produzenten noch mehr Kohle scheffeln als mit einem. Wie auch immer.
Man ahnt es schon – es geht um den siebten und letzten Teil der Harry Potter-Saga. Deren erster Teil kam irgendwann letzten Winter in die Kinos, da hatte ich gerade ganz andere Sorgen. Nun kam also der zweite und damit endgültig letzte Teil, und weil ich diesen ja nun ohne den ersten nicht sehen konnte und wollte, gab ich mir in voller Härte das Doublefeature zur Preview. Wohl wissend und in Kauf nehmend, das es passieren könnte, das meine müden Glieder mich bereits nach dem ersten Film zwingen könnten, mich schnurstracks nachhause und ins Bett zu begeben und ich diesem, so es so kommen würde, auch bereitwillig nachgegeben hätte. Es wäre sonst ja nur eine echte Quälerei für mich gewesen, sowas kenne ich zur Genüge. Aber, das ist erfreulich, mein Körper war tapfer und hat zwar müde aber nicht zu müde durchgehalten bis zum Schluss, ohne das ich die letzten zwei Stunden alle 30 Sekunden die Sitzposition wechseln musste. (weiß ja nicht, ob sonst noch jemand dieses Phänomen kennt. Elend! Ganz schlimm auf langen, nächtlichen Autofahrten…)
Also gab es heute Nacht für mich beide Filme und daher werde ich sie in meiner Nachbetrachtung als einen behandeln.

Kino und Kaffee um Mitternacht

BTW: Potter-Hasser dürfen gerne weitergehen und woanders weiterlesen und -kommentieren, danke, das Sie hier waren, es gibt nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter.
Potter-Fans, die es geschafft haben, des Film noch nicht zu sehen – das kann ja durchaus vorkommen, schließlich läuft er erst seit letzter Nacht – , das Buch noch nicht gelesen zu haben – was man innerhalb von fast vier Jahren schon durchaus mal schaffen könnte, aber ich weiß schon, es gibt Menschen, die müssen lesen erst lernen, wohingegen sie zum Filme schauen von Natur aus begabt sind -, und insbesondere Fans, die es geschafft haben, die letzten vier Jahre durchs Leben zu kommen, ohne mitbekommen zu haben, wie die Geschichte endet – WIE GEHT DAS??? -, wer also immer noch nicht weiß, wie alles ausgeht und sich vom Film noch überraschen lassen möchte, der sollte an dieser Stelle besser auch nicht weiter lesen.
Wer aber schon lange weiß, das SPOILER SPOILER SPOILER am Ende Harry über Voldemort siegt und alles gut wird, der darf gern weiterlesen. Oder damit noch warten, sich erst selbst ein Bild vom Film machen und dann wiederkommen, weiterlesen und seine Eindrücke mit meinen vergleichen. Aber nun zum Film…

Vorab möchte ich auf einen fast vier Jahre alten Blogpost von Herrn Schaarsen über die Verfilmung von Harry Potter und der Orden des Phönix verweisen, mit den Kritikpunkten darin stimme ich quasi 100% überein. Und nachdem ich vor zwei Jahren nach Harry Potter und der Halbblutprinz aus dem Kino kam mit der Einstellung, das war jetzt die schlechteste Potter-Verfilmung aller Zeiten, war ich dieses Mal doch sehr gespannt auf die Umsetzung des letzten Bandes.
Völlig unzufrieden damit bin ich auch nicht. Viele Dinge sind schön umgesetzt. Die Darstellung Snapes ist von Anfang an, so mein Eindruck, sehr viel weniger negativ als in allen vorigen Filmen, es zeichnet sich allein schon an seinem äußerlichen Erscheinungsbild ab, das er möglicherweise eventuell vielleicht ja doch nicht ganz fies ist. Als er am Ende dann als einer von den Guten rehabilitiert wird (“Nach all den Jahren?” – “Immer!” Hach, Severus!), kommt diese Wendung irgendwie nicht mehr allzu überraschend. Wiewohl die Erinnerung im Denkarium sehr unvollständig ausfällt, beispielsweise wird Petunia von Anfang an als Giftspritze hingestellt, die ihre Schwester Lily ob ihrer magischen Talente als Missgeburt beschimpft. Das sie ihr diese Fähigkeiten anfänglich eher neidete, eigentlich auch gern nach Hogwarts gegangen wäre und dann, weil sie nicht durfte, langsam einen Hass auf dieses ganze Zauberergedöns entwickelte, wird unter den Tisch fallen gelassen.
Ganz herrlich: Ralph Fiennes als Lord Voldemort. Voldemort kommt in diesem letzten Teil der Saga im Gegensatz zu den früheren Teilen mehr als nur am Rande vor, wir sehen ihn immer wieder auf der Suche nach dem richtigen Zauberstab (dazu später mehr) oder bei Sitzungen mit seinen Todesserkumpeln. Und, erstaunlicherweise, der böseste aller Zauberer, der dabei ist, die ganze Welt, Zauberer wie auch Muggel, seiner Schreckensherrschaft zu unterwerfen, kommt irgendwie fast ein bißchen sympathisch oder gar witzig rüber. An einigen Stellen war ich immer wieder versucht, zu fragen, wo Voldemort wohl seine Maniküre machen lässt. Er ist der böseste aller Oberschurken, er hat eine riesige Anhängerschar böser Zauberer, und doch merkt man immer wieder: er fürchtet um seine Macht. Er hat Angst. Er fühlt sich bedroht von diesen drei kleinen Teenies, die ihm auf den Fersen sind. Er merkt irgendwann, das sie nach und nach seine Horkruxe zerstören und man sieht plötzlich: er leidet. Ein bißchen denkt man sich so: ja, soweit kann es kommen, wenn ungeliebte, ungewollte Waisenkinder immer nur herumgestoßen werden. Sie geraten irgenwann auf die schiefe Bahn und werden so richtig, richtig böse. Also Leute, seid nett zu Waisenkindern. Besonders, wenn sie magische Fähigkeiten haben.
Sehr schön gespielt fand ich die ganze Ron-und-Hermine-Nummer. Insbesondere Rupert Grint als Ron hat mir da sehr gut gefallen, der hat da fast immer, wenn er sie ansieht, so einen wunderschön bewundernd-schmachtenden Blick drauf, herrlich! Als die Nummer dann irgendwann während des furiosen Finales in Hogwarts in einer sehr leidenschaftlichen Kuss-Szene gipfelt, brach tatsächlich der ganze Kinosaal, der erstaunlicherweise zu 80% aus postpubertären Jungs bestand, spontan in kollektives Gehache aus.
Ganz wunderschön fand ich auch die Szene, in der Harry am Weihnachtsabend in GodricsHollow plötzlich vor dem Grab seiner Eltern steht und Hermine dazukommt. Hermine ist eben einfach die Beste! (Gut gefallen hat mir da auch die Stelle ganz am Anfang, die im Buch so gar nicht vorkommt, dort wird sie nur kurz von ihr erzählt, in der Hermine sich selbst aus den Erinnerungen ihrer Eltern löscht und ihr Elternhaus verlässt. Das ist schön gemacht und hat in der schmerzhaften Notwendigkeit, die darin zum Ausdruck kommt, etwas sehr bewegendes.)
Wenn wir aber gerade schon in GodricsHollow sind, kann ich da auch gleich mit meinen Kritikpunkten anknüpfen. GodricsHollow: ein altes Zaubererdorf, in dem im Buch etliche Fäden der Geschichte zusammenlaufen. Jedoch macht dieser Film es wieder so, wie etliche seiner Vorgänger: er lässt viele wichtige Handlungsstränge glattweg unter den Tisch fallen. Die ganze Dumbledore’sche Familientragödie, der tragische Tod seiner Schwester Ariana und dessen Vorgeschichte, das daraus folgende Zerwürfnis mit seinem Bruder Aberforth, die Jugendfreundschaft mit dem dunklen Magier Grindelwald und seine zweitweilige Begeisterung für dessen …hm… gesellschaftspolitische Vorstellungen. All dies ist für die Geschichte eigentlich essentiell, kommt im Film aber nicht vor, bzw. wird lediglich in einer kurzen Szene von Aberforth mit zwei Sätzen abgehandelt. Auch die mit dieser Geschichte, bzw. Dumbledores Sieg über Grindelwald eng in Zusammenhang stehende Zauberstab-Geschichte finde ich sehr wenig zufriedenstellend dargestellt. Auch die Frage, ob der Tarnumhang, den Harry von seinem Vater geerbt hat, tatsächlich der Mantel aus der Legende von den Heiligtümern des Todes handelt, taucht gar nicht auf, wobei dieses Detail ausnahmsweise eines ist, das nicht ganz so essentiell für die Geschichte ist.
Auch die Rolle von Wumschwanz im Finale kommt zu kurz. Der Mann, den Harrys Eltern für einen Freund hielten und der sie an Voldemort ausgeliefert hat, der dafür gesorgt hatte, das Sirius statt seiner jahrelang in Askaban schmachtete, der in einer absolut gruseligen Szene im vierten Band Voldemorts körperliche Gestalt wieder zum Leben erweckt, tritt nur in ein paar Szenen als Statist auf. Das er jedoch kurz zögert, Harry im Verlies bei den Malfoys anzugreifen, weil er einen Moment daran erinnert wird, das Harry einst (in Band drei) verhinderte, das er direkt getötet wird und er deshalb in seiner Schuld steht und das er zur Strafe gleich darauf selbst von seiner eigenen, von Voldemort geschaffenen künstlichen Hand erwürgt wird, das kommt schlicht nicht vor. Reichlich unwürdiger Abgang einer für die gesamte Geschichte doch ziemlich wichtigen Figur, finde ich.
Ebenfalls überhaupt nicht vor kommt die Geschichte von Kreacher, dem Hauselfen der Blacks. Sicherlich, er kommt vor, er sagt, wer sich das Medaillon unter den Nagel gerissen hat, aber das war es auch schon. Die ganze Geschichte der Wandlung der miesepetrigen, “Schmammblüter und Blutsverräter” abgrundtief hassenden, seiner verstorbenen Herrin nach wie vor treu ergebenen und sich gelegentlich bei deren Verwandtschaft im Hause Malfoy ausheulenden Kreatur zum freundlichen, fürsorglichen, Harry und seine Freunde liebevoll umsorgenden und bekochenden Hauselfen, der letztlich in der Schlacht um Hogwarts die dortigen Hauselfen gegen die Todesser anführt – fehlt. Was besonders schade ist, da in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht die von Kreacher berichtete wahre Geschichte um Sirius’ Bruder Regulus Arcturus Black – R.A.B. – ans Licht kommt.
Gut, jeder einzelne kleine Handlungsstrang, der in einem Buch vorkommt, kann in dessen Verfilmung natürlich nicht berücksichtigt werden, das ist einfach so. Da muss man Abstriche machen.
Was mich aber am allermeisten von den ganzen fehlenden Handlungssträngen ärgert, ist das mit Neville. Man erinnert sich, Neville, der plumpe, ängstliche, vergessliche Junge, der sich im Laufe der Geschichte aber immer mehr zu einem der mutigsten Unterstützer Harrys mausert. Im Buch ist es Neville, der nach Harrys vermeintlichem Tod von den Todessern gefangengenommen und vorgeführt wird, sie ziehen ihm den sprechenden Hut über den Kopf (in Unkenntnis darüber, womit sie es zu tun haben?), er zieht – den er ist ein wahrer, mutiger Griffindor – das Schwert Godric Griffindors daraus hervor und tötet damit die Schlange Nagini. Gezielt. Weil Harry ihm, bevor er in den Verbotenen Wald gegangen ist, gesagt hat, sie müssten unbedingt die Schlange töten, da diese der letzte Horkrux sei. Und in der Filmfassung? Da findet Neville wie zufällig das Schwert auf dem Boden herumliegen, nimmt es, blickt auf, sieht, das Ron und Hermine von der Schlange verfolgt werden und geht halt spontan und wiederum wie zufällig dazwischen. Kopf ab, Schlange kaputt, soweit, so gut.
Was mich daran, also daran, das das so ganz zufällig daherkommt, so stört, ist die Sache mit der Prophezeihung. Ich erinnere mich jetzt nicht, ob das im siebten Band nochmal thematisiert wird, aber im fünften, oder auch ochmal im sechsten, als es um die Prophezeihung geht, da erzählt Dumbledore Harry, das diese Prophezeihung dem Wortlaut nach genauso auch auf Neville zugetroffen hätte. Das aber Voldemort durch seinen Angriff auf Harry ihn unter den beiden Jungen als seinen Widersacher ausgewählt habe. Und ich hatte beim Lesen des siebten Bandes so ein bißchen den Eindruck, das es eben nicht zufällig Neville ist, der Nagini tötet. Sondern das er damit einen Teil der Prophezeihung miterfüllen soll, das er damit zeigen soll, das es durchaus auch er hätte werden können, der Voldemort endgültig erledigt. Das war mein persönlicher Eindruck beim Lesen, wie Frau Rowling es sich tatsächlich gedacht hat kann ich natürlich nicht wissen. Aber dieses zufällige, dieses einfach nur spontane dazwischengehen, das macht in meinen Augen Nevilles Anteil am Sturz Voldemorts kleiner, als ihm gebürt.
Das waren mal eben eine Handvoll meiner Kritikpunkte, sicherlich gibt es noch mehr, aber der Tag neigt sich dem Ende zu, der Schreibfluss gerät langsam ins Stocken, nebenher noch zwei Halbfinals gucken ist auch nicht ganz ohne, wie auch immer.
Der Punkt, der mich am fünften und noch viel mehr am sechsten Film besonders gestört hat und der auch im oben verlinkten Artikel von Herrn Schaarsen besonders gut zum Ausdruck kommt, diese unzusammenhängende Aneinanderreihung einigermaßen wichtiger Szenen, der trifft durchaus auch auf den siebten Teil (besser gesagt die beiden siebten Teile) zu, ist hier jedoch wieder, dies können wir evtl. als positiven Punkt verbuchen, wieder weniger stark ausgeprägt als im ganz, ganz grauslichen sechsten Teil. Und somit ist es für mich schon wieder irgendwie ein einigermaßen guter, versöhnlicher Abschluss dieser wunderbaren Geschichte, die für mich begann, als meine zweitälteste Freundin mich im Dezember 2001 ins Kino schleifte, in einen Film, der mich damals nicht wirklich interessierte, der mich dann aber doch fesselte, und nach dem ich die zu diesem Zeitpunkt erschienenen ersten vier Bücher in kürzester Zeit verschlang. Die Ära der HarryPotter-Bücher endete bereits vor vier Jahren, die Ära der Filme ist nun, fast 10 Jahre danach auch zuende.
Die Bücher werden für immer in zwei Sprachen in meinem Bücherschrank stehen. Die Filme… nun ja, die werden ja immer mal wieder im TV wiederholt. Und wie ich vorhin schon zu einer Freundin sagte: Vielleicht kommt, wie bei allen populären Themen, in 20 Jahren oder so jemand an und verfilmt den ganzen Stoff nochmal neu. Und das wird dann vielleicht besser.

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Bald schon ist wieder Fußball-WM, genauer gesagt, die Fußball-WM der Frauen. Und ganz allmählich werden hier und da bereits Vorfreude und WM-Fieber spür- und greifbar. Auch hier bei uns. Zwar haben wir keine Tickets für eines der Spiele, jedoch wohnen wir immerhin an einem der Spielorte und gedenken, uns auf den Straßen unseren Teil Atmo und geile WM-Stimmung einzufangen. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja kurzfristig doch noch mit Tickets.
Eine Neuigkeit, die die WM-Vorfreude quasi ins unfassbare ansteigen lässt, erfuhr ich vorhin bei Frau Bioschokolade: Das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch – das letzten Sommer bei der WM in Südafrika so unglaublich viel Spaß gemacht hat  – geht auch zur Fußball-WM der Frauen wieder auf Sendung! Das ist genial, das ist Kult!
Fußballfans: Lesen! Ihr werdet es lieben und dabei vor Lachen vom Stuhl kippen.
Fußball-Nicht-Fans: Lesen! Ihr werdet vor Lachen vom Stuhl kippen und dabei zum Fußballfan werden!
Ein kleiner Wehmutstropfen trübt jedoch die Vorfreude. Wurde mir doch vorhin klar, das bei einer Frauen-WM vermutlich der schicke Herr Löw gar nicht in seinen taillierten weißen Hemden am Spielfeldrand stehen wird. Och menno!

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Gerade habe ich wieder ein neues, ungebrauchtes Buch innerhalb weniger Tage zu einem alten, bereits bekannten Buch gemacht. Eines aus der Feder einer meiner liebsten Krimiautorinnen. Vor ziemlich genau zwei Jahren las ich das letzte in der Reihe, kurz danach schwappte bereits die Fortsetzung in die Buchhandlungen. Als Hardcover allerdings. Also harrte ich tapfer aus. Las andere Bücher. Las manche Bücher zum zweiten oder dritten Male (ja, das geht). Schaute immer wieder beim Onlinebuchhändler rein, ob die Taschenbuchausgabe wohl schon angeboten würde. Irgendwann tauchte diese dort auf, jedoch als “noch nicht verfügbar” gekennzeichnet. Irgendwann etwas später stand ein Erscheinungsdatum dabei: “Jetzt vorbestellen!” Und irgendwann an einem schönen Tag in der vorletzten Woche betrat ich eine örtliche Buchhandlung und es sprang mir sofort ins Auge: ein ganzes Regal deckenhoch gut befüllt mit der lang ersehnten Taschenbuchausgabe. Die wissen, wie sie mich kriegen…
Magnetisch angezogen steuerte ich zielstrebig auf das Regal zu, wählte sorgfältig eines dieser wunderbar neuen, jungfräulichen Bücher aus und zog unter Triumphgeheul zur Kasse. Es war ein guter, ein glücklicher Tag.
Ein paar Tage zögerte ich es noch hinaus, las noch ein anderes Buch zuende, kostete noch ein wenig die Vorfreude aus. Dann war es soweit und binnen weniger Tage wurde aus einem neuen Buch ein altes, bekanntes.
Und nun ist bereits der nächste Band in der Reihe angekündigt, in wenigen Tagen zu erscheinen. Wenn ich das nächste Mal in die Stadt komme, steht er vermtlich schon in den Regalen. Als Hardcover.
Und ich? Ich werde widerstehen. Und warten.
Warum das so ist? Warum kaufe ich aus Prinzip und nur von einer einzigen, winzigen Ausnahme abgesehen, immer nur Taschenbücher, aber niemals Hardcover?
Nun, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, es hätte nichts mit dem Preis zu tun. Ich sehe es nicht ein, 20; 25 oder gar 30 Euro für etwas auszugeben, das ich mit exakt dem gleichen Inhalt auch für 10 oder weniger haben kann. Das ist ein Grund, allerdings nicht der Hauptgrund.
Der Hauptgrund ist, das ein Taschenbuch bezogen auf die Masse des Buches mehr Inhalt hat. Oder besser ausgedrückt, da der Inhalt ja gleich bleibt, das Taschenbuch hat auf den Inhalt bezogen weniger Masse. Es ist nicht so breit und klobig und nimmt im Verhältnis zur Menge der darin abgedruckten Buchstaben weniger Platz im Regal weg. Es ist handlicher, kompakter. Es ist pur, es hat mehr Text je Buch, es hat keinen klotzigen, unnötig dicken Einband um sich herum.
Das ist der Grund. Der Grund, warum ich Taschenbücher lieber mag. Soviel lieber, das ich nicht nur bei selbstgekauften Büchern ausharre und und tapfer auf die Taschenbuchausgabe warte, sondern auch bei geschenkt zu bekommenden Büchern darum bitte, doch das Taschenbuch zu nehmen. (Außerdem würde das sonst im Regal doof aussehen, so mittendrin zwischen all den Taschenbüchern.)

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Heute erst entdeckt und schon begeisterter Fan vom

unfassbar kompetenzfreien WM-Tagebuch geworden.

Der Blogautor bereitet akribisch jedes einzelne Spiel der WM auf, geteilt in eine Vorab-Analyse und eine Nachbetrachtung. Dabei wird so herrlich boshaft, ironisch und bissig, das es eine wahre Freude ist, über Spieler, Trainer, Mannschaften, Herkunftsländer, Maskottchen, Nationalhymnen gelästert und gestichelt, einfach über alles, was man rund um ein Fußballteam so analysieren oder nicht analysieren kann. Nicht immer ganz politisch korrekt – aber wer will das schon? – dafür ungeheuer kurzweilig.
Ein Muss für alle Freunde des rundes Leders und solche, die es noch werden wollen.

Also:

Das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch

Lesen – Kichern – Lachen – Freuen!

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Geiselbefreiung

Heute haben sie ihn dann herausgegeben, die Damen von der Poststelle:

Aus dem dunklen Hinterzimmer der Poststelle befreit!

Nun noch ein kleines bißchen die Vorfreude auskosten, bevor ich ihm dann leidenschaftlich die glänzende Plastikfolie vom Leib reiße und lustvoll die erste Seite aufschlage…

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Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich in der benachbarten Großstadt von einem Arzttermin zum anderen renne, kommt eine Postsendung an. Bei meiner Heimkehr erwartet mich der gelbe Zettel im Briefkasten: abzuholen am nächsten Werktag ab 8:00 Uhr in der Poststelle des Kleinstsupermarktes in der Nachbarschaft.
Ich schaue auf die Uhr: Der Tag ist fast rum. Ich überlege: Ok, da steht ab morgen früh, aber vielleicht ist es inzwischen trotzdem schon dort, der Paketmensch ist doch bestimmt schon durch mit seiner Runde.
Ich schaue nochmal auf die Uhr: kurz vor 18 Uhr. Hm. Der Supermarkt hat zwar bis 20 Uhr auf, die Poststelle aber klappt um 18 Uhr die Läden zu. Trotzdem schnell versuchen? Dann los. Muss sowieso noch was besorgen.
Im Kleinstsupermarkt eingetroffen haben die beiden Damen hinter dem Postschalter ihr Absperrband schon zugemacht, stehen aber noch hinter dem Schalter und sortieren diverse Papiere. Kann man ja schnell mal freundlich nachfragen.
Aber leider… Zwar sind die Paketsendungen von heute durchaus schon im Laden angekommen und liegen im Hinterzimmer. Jedoch: Die Systeme sind schon runtergefahren und sie müssten die Sendung ja auch ausbuchen und das geht nun nicht mehr.
So ein Elend!

Was drin ist in dem Päckchen? Aller Wahrscheinlichkeit nach der neue Brunetti. Die einzigen Bücher überhaupt, bei denen ich nicht die Geduld habe, auf die Taschenbuchausgabe zu warten und immer direkt zum Erscheinungstermin zuschlage.
Tja. Vorfreude ist doch die schönste Freude.

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Hier ein hübscher kleiner Artikel aus der Feder eines Muttersprachlers darüber, wie unser aller Lenalein mit ihrem selbstkreiertem Dialekt – oder nennen wir es lieber Akzent, das klingt schicker – ach so individuell die englische Sprache verhunzt. Fast, ich wiederhole fast noch lustiger als der Artikel selbst sind die Reaktionen empörter Fans in der zugehörigen Forendiskussion. Hammer, der Artikel hat es seit heute Morgen bereits auf über 300 Beiträge geschafft! Ich selbst bin da auf Seite 5 oder so ausgestiegen, irgendwie wiederholt sich vieles ja doch nur.

Der Liebste und ich sind übrigens einhellig der Meinung, das deutsche Beitrag zum Song Contest deutlich erträglicher wird, wenn man ihn nur hört und das Lenalein dazu nicht gleichzeitig krampfig-besessen rumhopsen und -zappeln sieht. Vielleicht würde es die Chancen des Titels europaweit erhöhen, wenn man während der Übertragung für eine klitzekleine, ca. dreieinhalb Minuten lange Bildstörung sorgen würde?

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Leseärger

Es gibt Bücher, die lesen sich durchweg von vorn bis hinten ganz wunderbar. Und es gibt Bücher, die fangen etwas zäh und spröde an, man muss sich ein Weilchen durchbeißen, werden dann aber, wenn man nicht vorher aufgibt, nach einer Weile besser und lesen sich schließlich im Ganzen wirklich gut.
Und dann gibt es Bücher, die sich entweder von Anfang an oder aber nach einer Weile wirklich, wirklich gut lesen lassen und dann aber irgendwann so vollkommen absurd und unmöglich zuende gehen, das ich mich nur darüber ärgere, und das dadurch das ganze Buch, auch wenn es sich eine ganze Weile wirklich gut gelesen hat, dadurch für mich total unbefriedigend und irgendwie voll doof wird.

Und damit meine ich nicht solchen Enden, die leider kein Happy End sind, nein, ich bin niemand, der ein Happy End für ein befriedigendes Leseerlebnis braucht. Einige meiner liebsten Lieblingsbücher enden ohne ein “und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.”
Aber so ein Ende sollte eben in sich schlüssig sein. Nicht völlig absurd, abgedreht und unlogisch.

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100 Bücher

Wieder tobt ein Bücherstöckchen durchs Bloggerland, diesmal aufgelesen bei Frau…äh…Mutti und Maultaschen oder Ravioli.

Die Top-100 der in Deutschland beliebtesten Bücher, die von mir irgendwann mal selbst gelesenen in fett:

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien

2. Die Bibel (zählen auch einzelne, im Reli-Unterricht gelesene Passagen?)

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

6. Buddenbrooks, Thomas Mann

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen

18. Der Name der Rose, Umberto Eco

19. Illuminati, Dan Brown

20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling

22. Der Zauberberg, Thomas Mann

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez

37. Owen Meany, John Irving

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

50. Der Schwarm, Frank Schätzing

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult

72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt

76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

EDIT: Erstellt wurde die Liste übrigens für die ZDF-Sendung”Unsere Besten – Das große Lesen” von 2004. Danke Belle fürs Recherchieren!

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Manchmal passiert es, das ein einziges Wort, vielleicht auch ein Satz oder auch ein winziger Teil einer Melodie eine Saite in uns zum Klingen bringt, eine lang verborgene Erinnerung wachruft.

Seit Weihnachten liegt auf unserer Badezimmerfensterbank das Büchlein Unnützes Wissen von NEON, ein Geschenk der liebsten Tante. Neben zahllosen hochinteressanten Dingen wie der Emailadresse des aktuellen Popen oder den Namen der Töchter von Bob Geldof steht dort auch dieser eine Satz:

“Maikäfer heißen in den USA Junebug – Junikäfer.”

Das bringt so eine verborgene Erinnerung in mir zum Klingen. Junikäfer. Nur dieses eine Wort. Vor langer Zeit las ich einmal ein Buch, in dem jemand jemanden Junikäfer nannte. Als eine Art Kosename glaube ich. Junikäfer. Das fand ich damals sehr hübsch, das weiß ich noch. Ohne zu wissen, das damit unser Maikäfer gemeint war.

Ich habe keine Ahnung, was für ein Buch das war. Es muss ziemlich lang her sein. Und es muss ein Buch sein, das sich heute nicht mehr in meinem Besitz befindet. Vielleicht nie befunden hat? Als Jugendliche habe ich schließlich auch einige Jahre lang unsere winzig kleine Stadtbücherei stark frequentiert. Vielleicht war es ja auch eines der dort entliehenen Bücher.

Es muss ein Buch gewesen sein, das ich mochte, damals jedenfalls. Denn Bücher, die mir so gar nicht gefallen, hinterlassen in der Regel keine verborgenen Wortfetzen in den Tiefen meiner Erinnerung.

Ich glaube, ich würde das Buch gerne einmal wiederlesen, das Buch, in dem jemand jemanden liebevoll Junikäfer nennt. Wenn ich nur wüsste, welches Buch das war, das mit dem Junikäfer!

Vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen?

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