Länger ist hier jetzt nichts neues mehr erschienen. Seit dem Auszug aus der wunderbaren, geliebten Wohnung im wunderschönen Kiel nicht.
Ich meide meinen eigenen Blog seit wir hier angekommen sind. Ich meide etliche andere Blogs, deren “alles ist so schön, uns gehts ja so gut”-Tenor mir gerade ganz besonders schlecht bekommt. Es tut mit leid und ich bin wirklich niemand, der anderen Glück und Zufriedenheit missgönnt, aber ich kann es einfach gerade nicht besonders gut ertragen.
Das hat so seine Gründe.
Unser Start, unsere Ankunft hier war und ist von zahllosen kleineren und größeren Katastrophen überschattet.
Der Mensch, der uns zugesagt hatte, die Wohnung vor dem Einzug rechtzeitig, ordentlich und fachmännisch zu tapezieren und zu streichen hatte offenkundig keine Ahnung, wie so etwas gemacht wird, was man der Arbeit an alles Ecken und Enden ansah, und war so rechtzeitig fertig geworden, das die ganze Wohnung noch voller Arbeitsmaterial sowie Spuren unzureichender Abdeckung war, als wir ankamen. Ende vom Lied: Alle Tapeten mussten wieder runter. Und werden jetzt wieder neu gemacht. Stück für Stück, Zimmer für Zimmer.
Folge: Zahlreiche Möbel konnten vom Umzugsunternehmen nicht wie vorgestehen aufgestellt und montiert werden. Extra aus diesem Grund sind wir diesmal mit Umzugsunternehmen umgezogen, nun konnten die Mitarbeiter einen Teil der Arbeiten, für die wir sie bezahlten, gar nicht ausführen. Viel Geld umsonst verpulvert.
Als nächstes stellte sich Samstags heraus, das der von mir angenommene Termin zur Lieferung und Montage der Küche am Montag nur ein vorläufiger Termin war und es tatsächlich erst im neuen Jahr was werden wird. Einerseits doof, weil wir nun schon seit Wochen ohne Küche sind, weil wie vieles andere auch die Küchenkisten unausgepackt rumstehen und wir uns von Keksen, schnell geschmierten Brötchen und außer Haus ernähren, andererseits aber doch auch gut, weil ja auch die Küche neu tapeziert werden musste. Und natürlich schlecht, das ich nun nach wie vor nicht weiß, ob nun alles wie geplant passt und mich, je länger es dauert und je mehr Katastrophen hier so zutage treten, weiter in Panik steigern kann, das auch damit irgendwas schiefgehen wird.
Halbwegs gemütliche Winterabende im vorerst untapezierten Wohnzimmer – Fehlanzeige. Es zieht. Wie Sau. Das diese Wohnung nicht so traumhaft isoliert und gedämmt ist wie die alte, das war klar. Aber das wir hier abends auf der Couch sitzen, die Heizung voll aufgedreht und einerseits fast eingehen vor Hitze, andererseits aber schlottern wie verrückt, weil irgendwo durch die Fenster ein eisiger Luftzug dringt, das geht nicht. Ebenso, das wir im Schlafzimmer noch nicht eine Nacht ohne Heizung wenigstens auf Drei geschlafen haben – noch nie im Leben habe ich bisher mit Heizung an geschlafen, hier geht es derzeit nicht ohne. Leider war der für Fenster und Türen zuständige Handwerker in den Tagen vor Weihnachten bereits im Betriebsurlaub – die Geschäfte laufen wohl recht gut – und kann erst im neuen Jahr mal nachsehen. Solange dringen hier kalte, eiskalte Luft und Feuchtigkeit durch die Fensterrahmen und in den Fensternischen bilden sich auch bei heftigstem Heizen und Lüften immer wieder Schimmelflecken.
Und weiter: an den Decken im Wohnzimmer und in der Küche (die Decken waren bereits im Auftrag der Hausverwaltung tapeziert worden) klaften große Lücken zwischen einzelnen Tapetenbahnen, von Tag zu Tag löste sich die Tapete mehr vom Untergrund. Der zuständige Maler beschloss: Die muss ebenfalls runter und wieder neu dran. Im Zuge dieser ganzen, hier noch mehr Chaos und Baustellenfeeling verursachenden Aktion stellte sich dann die in meinen Augen größte Katastrophe heraus: feuchte Wände. Wollten uns die zuständigen Mitarbeiter bei der Hausverwaltung anfänglich noch was von “Baufeuchte”, verusacht durch die Modernisierungsarbeiten in der Wohnung, erzählen, ist inzwischen relativ klar, das irgendwo durchs undichte Dach Wasser ins Mauerwerk sickert und hier in den Wänden wieder rauskommt. Da bleibt kleine Tapete kleben und klebt sie anfänglich doch, löst sie sich später, damit sich dahinter hübsch Schimmel bilden kann. Wundervoll!
Diese ganze Feuchtigkeitssache stellte sich zwischen den Jahren heraus, bei der Hausverwaltung nur Notbesetzung. Zwar ist für mich diese Situation eine Notsituation, aber dort hieß es, ich solle mich am Montag nach Neujahr an den zuständigen Mitarbeiter wenden. Prima, werd ich tun. In den letzten Tagen hatte ich genug Zeit, mich so richtig in meinen Zorn über diese ganze Nummer reinzusteigern. Diese Wohnung hier, die wurde uns damit schmackhaft gemacht, das sie vor Einzug komplett modernisiert würde. Bei sowas rechne ich dann wirklich nicht damit, in so einem maroden, feuchten, schimmelbefallenen Kasten zu landen. Ich kann es leider nicht nachweisen, aber ich kann mir nicht vorstellen, das dieses Problem bei den Umbauarbeiten hier nicht aufgefallen sein soll. Oder das es sogar schon vorher, durch den Vormieter bekannt war. Und finde es eine echte Sauerei, uns dann einfach so hier einziehen zu lassen. Wer auch immer von dieser Hausverwaltung hier morgen als erstes auf der Matte steht, der wird das ausbaden dürfen. Und der nächste, der mir was von “Baufeuchte” erzählt, der fliegt vom Balkon.
Ich bin echt stinkig über diese ganze Angelegenheit. Nicht nur, das man uns in diesen maroden Kasten einziehen lässt, ohne irgendeines dieser Probleme zur Sprache zu bringen. Nein, wir sind außerdem ja auch dabei, einen ziemlichen Haufen Geld in diese Wohnung zu stecken, in Form von Handwerkerkosten fürs Tapezieren und fürs Laminat, in Form der Küche, die hier reinpassen soll und nicht ganz billig ist, und und und. Ich habe einfach ein verdammt schlechtes Gefühl dabei, soviel Geld in eine Wohnung zu stecken, in der ich mich gerade aktuell so unwohl und unsicher fühle.
Keine sichere Basis wie die alte Wohnung, in die wir bei jedem Wetter, im dicksten Schnee, Regen, Nebel, Sturm, immer heimkehren und uns warm, trocken und sicher fühlen konnten. Geborgen und beschützt.
Bisher gehörte ich immer zu den Menschen, die jedes Wetter irgendwie gern mochten. Schnee, wunderbare verschneite Winterlandschaften, klare, knackige Eiseskälte, herrlich! Regen, der ans Fenster prasselt, wärend man drin gemütlich mit einer Tasse Tee sitzt, Sturm, der ums Haus tost, wärend man langsam in den Schlaf gleitet, alles war irgendwie schön. Das ist es jetzt nicht mehr. Bei jeder Änderung der Wetterlage frage ich mich voller Angst, wie sich das jetzt wieder auf die Lage in dieser Wohnung auswirkt. Und diese Angst trägt auch nicht gerade dazu bei, das ich mich hier wohler fühle. Ganz zu schweigen von meinen Bedenken, was die Hausverwaltung nun überhaupt unternehmen kann – den guten Willen dazu mal ganz optimistisch vorausgesetzt – um diese Schäden zeitnah abzustellen.
Ich hoffe, das es irgendwann, wenn sich das alles irgendwie geregelt hat, besser wird. Im Moment aber bin ich unglücklich, fühle mich unwohl, bin voller Ängste. Und bin sehr unsicher, wie ich mit diesem Blog weitermachen soll. Denn irgendwie gehört das bloggen für mich im Moment noch nach Kiel, wo ich mal damit angefangen habe, das oft genug Inhalt meiner Postings war, wo ich mich trotz der eigentlich doch sehr kurzen Zeit so sehr zuhause gefühlt habe.
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