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Mit ‘Kleines Schwarzes Auto’ getaggte Artikel

Sorry

Kleine Beobachtung im Straßenverkehr auf dem an anderer Stelle erwähnten Wochenendausflug:

An einer Stelle mit leicht zähfließendem Verkehr auf der Spur neben dem Kleinen Schwarzen Auto ein Wagen mit italienischem Kennzeichen. Im hinteren Seitenfenster ein Zettel. Darauf ein Bild des amtierenden Ministerpräsidenten. Daneben die Worte:

“Sorry. We didn’t vote him.”

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In empörtem Tonfall diese Worte – “Skandal! Zensur!” – rufend kam der Liebste eben zu mir ins Wohnzimmer, in der Hand ein Blatt Papier.

Was war passiert?

Vor einigen Wochen weilten wir in Berlin zur Hochzeit einer lieben Freundin. Auf der Rückfahrt, wir nahmen noch eine Bekannte, deren Heimatort auf unserer Strecke liegt, mit zu ihren Eltern, passierte es. Abgelenkt durch die angeregte Unterhaltung im Wagen achtete der Liebste nicht ganz so akribisch wie sonst auf die einzuhaltende Höchstgeschwindigkeit und auf einmal machte es FLUPP! Oder auch BLITZ!

Letzte Woche nun kam der Bußgeldbescheid freundliche Brief vom Land Brandenburg.

Und eben entdeckte der Liebste, das auf der Rückseite Fotos sind.

Eins vom Nummernschild Kennzeichen.

Eins vom Fahrer.

Und eine Komplettansicht des Kleinen Schwarzen Autos.

Diese Komplettansicht wird allerdings verunstaltet durch einen großen weißen Kasten. Der sowohl die Beifahrerin als auch die Mitfahrerin auf der Rückbank verdeckt. Zensur!

Wird das neuerdings so gemacht, damit untreue Ehemänner geblitzte Personen zuhause keinen Ärger mehr kriegen, weil sie mit ihrer heimlichen Geliebten der falschen Person im Auto geblitzt wurden?

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Letzte Woche hatte ich das aufgrund einer Entfernung von über 400 Kilometern höchst seltene Vergnügen, den Goldneffen vom Kindergarten abholen zu dürfen.

Beim Einsteigen in das Kleine Schwarze Auto stand der Goldneffe einen Moment davor und betrachtete nachdenklich das Kennzeichen. (Der Goldneffe kann mit seinen fünf Jahren nämlich schon augezeichnet lesen – selbst beigebracht.)

“Hm. Das da” – er deutet auf das KI – “heißt Kiel.” Gutes Kind! “Aber was heißt das da?” Er deutet auf die beiden Buchstaben in der Mitte.

Ich erkläre: “Das ist das Kennzeichen. Die Buchstaben bedeuten eigentlich gar nichts, die haben wir eben so zugeteilt bekommen.”

“Aber da müssen doch eigentlich die Anfangsbuchstaben vom Vornamen und vom Nachnamen stehen. Oder die Anfangsbuchstaben von euren beiden Vornamen. So wie bei unserem Auto, da stehen da die Anfangsbuchstaben von Mama und Papa.”

Ich erkläre weiter: “Ja, das kann man so machen, das kann man sich manchmal bei der Zulassungstelle so aussuchen, das man bestimmte Buchstaben bekommt, manchmal kostet das dann auch was. Aber man kann sich auch einfach irgendein Kennzeichen zuteilen lassen und hat dann eben irgendeine Buchstabenkombination, die gar nichts bedeutet.”

Der Goldneffe denkt nach und begreift. Er ist nämlich wirklich ein sehr kluges Kind, dem man viele Dinge schon ganz normal erklären kann.

Auch ich denke nach. Stimmt, der Goldneffe kennt es gar nicht anders. In der gesamten angeheirateten Familie meiner Schwester wird das so gemacht. Ebenfalls im gesamten Freundeskreis der Familie. Jedes Autokennzeichen muss die richtige Buchstabenkombination haben, viele auch noch eine passende Zahl. Das ist dann meistens das Geburtsjahr, also neunzehnhundertirgendwas. Oder – vermutlich dann, wenn das Geburtsjahr nicht zu haben ist -  das Jahr des Autokaufs. Also in der Regel zweitausendirgendwas.

Und auch hier am neuen Wohnort, fällt mir ein, kenne ich einige Autofahrer, die ein angepasstes Kennzeichen haben. Eins davon finde ich besonders lustig. Eine Bekannte, die zufälligerweise dieselben Initialen wie der große deutsche Automobilkonzern mit Hauptsitz in Niedersachsen hat, fährt diese Initialen nun seit einigen Monaten auf einen Kleinwagen eines französischen Herstellers durch die Lande. Und ich muss immer grinsen, wenn ich dieses Auto sehe.

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Obwohl: Eigentlich sind es gar keine Idioten, unterstelle ich mal, eigentlich wissen die ganz genau, was sie da tun. Sie sind einfach nur ganz besonders dreist.

Heute nachmittag mit dem Kleinen Schwarzen Auto auf der Fahrt Richtung Innenstadt auf einer der Hauptverkehrs- und Haupteinkaufsstraßen wieder an mindestens zehn Verkehrshindernissen in Form von in-zweiter-Reihe-Parkern vorbeigekommen. Einige hatten auch noch – wie unglaublich aufmerksam anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber! – die Warnblinkanlage an. Als ich diese Spezies irgendwann in der Vorweihnachtszeit das erste mal wahrgenommen habe, dachte ich beim ersten in meiner grenzenlosen Naivität noch, da hätte wohl einer ‘ne Panne. Beim zweiten dachte ich das auch noch. Beim dritten war mir dann klar, das da keiner ‘ne Panne hat, sondern nur einfach jemand ganz bequem ohne lange, mühselige Parkplatzsuche mal eben was einkaufen möchte. Und, ganz komisch: Es sind ausnahmslos alles so dicke Kisten mit eingebauter Vorfahrt. Und offensichtlich auch – die neue Sonderedition – eingebautem Parkplatz auf der Fahrbahn.

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Wenn man beim Autofahren im Radio ein wunderschönes und viel zu lang nicht mehr gehörtes Lied hört,

wenn man dann am liebsten laut aufdrehen und lauthals mitsingen möchte,

wenn das aber gerade nicht möglich ist, weil man neben sich jemanden sitzen hat, den man nicht  besonders gut kennt, den man einfach aus Freundlichkeit ein Stück mitgenommen hat und der einem auch noch eine Frikadelle ans Ohr quasselt, während doch gerade dieses schöne Lied läuft,

dann kann man wirklich heilfroh sein, das man sich im Zeitalter des Internets auch ein einzelnes Lied mal eben schnell beschaffen kann. EiTjuuns und Jutjub sei Dank!

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Ein hektischer Morgen. Der Mann und ich haben beide vollkommen verschlafen, er hat seinen Handy-Weckruf geflissentlich überhört, ich am Vorabend vergessen, meinen wochenendlich ausgeschalteten Wecker zu reaktivieren. Es hilft alles nichts, wir werden uns beide ein wenig verspäten.

Da ich wegen eines Arzttermins am Nachmittag das Kleine Schwarze Auto brauche, muss ich den Mann, bevor es zum Kurs geht, rüber aufs Ostufer fahren, denn zum wie geplant mit dem Fahrrad und der Fähre rübermachen ist es mittlerweile viel zu spät. Unterwegs überkommt mich ein leichter Anflug von Kopfschmerzen und Unwohlsein, siedendheiß fällt mir ein, das die kürzlich für die Handtaschenversorgung erstandenen Tabletten noch jungfräulich eingepackt auf dem Badezimmerschränkchen liegen. Mist, verdammter! Und es ist ja meistens so wie mit dem Regenschirm und dem Blasenpflaster: Weiß man die Tabletten sicher in Reichweite in der Handtasche, dann braucht man sie gar nicht. Liegen sie aber auf dem heimatlichen Badezimmerschränkchen, dann werden einen die Kopfschmerzen gnadenlos quälen, den ganzen lieben langen Tag. Oh Graus.

Doch dann fällt mir ein, da ist ja zwei Straßen von des Mannes Wirkungsstätte entfernt diese kleine alte Apotheke an der wir immer vorbeifahren, da kann ich kurz anhalten, rauspringen und mir den Stoff besorgen, bevor es hektisch wieder rüber Richtung Westufer geht. Eine kleine, verstaubt aussehende Apotheke, oft wie geschlossen wirkend, das Ladenschild und die Fensterdeko aus den frühen 80ern, maximal. Einladend wirkt das Geschäft nicht.

Ich öffne die Tür – gleichzeitig schrillt eine altertümliche Ladenklingel – und betrete das Geschäft. Im gleichen Moment wildes Gebelle. Ich schrecke zurück. Aus dem hinteren Teil der Apotheke kommen zwei mittelgroße Fellknäule ekstatisch kläffend nach vorn gerast. Adrenalinschub meinerseits. Von hinten ruft eine Stimme, was die Hunde aber scheints nicht sonderlich beeindruckt. Einen Moment später dennoch Erleichterung: Ganz bis zu mir schaffen sie es nicht, ein taillenhohes Absperrgitter am Verkaufstresen stoppt ihren Vorwärtssturm.

Ich bin irritiert. Zugegebenermaßen, ich bin in meinem Umfeld dafür bekannt, eine ziemliche Hundehasserin nicht die allergrößte Hundefreundin zu sein. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Was bitte haben Hunde in einer Apotheke verloren? In eine Apotheke kommen kranke Menschen, da sollte es, zumindest meiner unmaßgeblichen Auffassung nach, sauber sein. Und Hunde sind einfach nicht sauber, und wenn man sie noch so regelmäßig badet und striegelt. Und da die Hunde in dieser Apotheke eine übliche Einrichtung sind – das sie das sind, beweist die fachmännisch eingebaute Absperrung zum Zuschauerraum Kundenraum – kann man davon ausgehen, das die Mitarbeiter sie gelegentlich streicheln und/oder sich von ihnen die Hände ablecken lassen. Und jede Wette, danach waschen sie sich nicht jedesmal die Hände. Dieselben Hände, mit denen sie ihre Kunden bedienen, deren Medikamentenpackungen anfassen, ihnen das Wechselgeld in die Hand zählen, bäh!

Nachdem ich den Hundeschock halbwegs überwunden habe, kommt der Apotheker nach vorn geschlurft. Augenblicklich fühle ich mich in einem Gruselfilm versetzt. Hey, das Grusellabyrinth war doch am Freitag, heute ist Montag! Eine schwammig-aufgedunsene Gestalt mit gelblich-weißem, wächsernem Teint kommt mir entgegen.

Ich schlucke die aufkommende Übelkeit hinunter und bringe mein Anliegen vor, der Zombie Apotheker greift in eine der Schubladen hinter sich und holt eine Schachtel hervor. Dann kommt er wieder an den Verkaufstresen, um die Tabletten in die Kasse einzugeben. Mein Blick fällt auf seine Hände. Rissige Hände, verschorfte Hände, blutig gekratzte Hände, Hände mit offenen, blutigen Stellen.

Ich schlucke eine erneute Übelkeitswelle hinunter und zahle, nehme starren Blicks Tablettenschachtel und Wechselgeld entgegen und schwöre innerlich, mir bei allernächster Gelegenheit die Hände zu desinfizieren waschen.

Später im Auto sehe ich die Schachtel noch einmal prüfend an: Immerhin, das Haltbarkeitsdatum des Medikaments ist ein in der Zukunft liegendes.

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Frau Düne Sieben hier aus der Nachbarschaft hat schon rechtzeitig darauf hingewiesen und selbstverständlich habe ich ihn nicht verpasst: Den gestrigen Kiel-Tatort. Der Tatort gehört für mich zum Sonntag wie der Rotwein zum Käse.

Zugegeben, der gestrige – “Borowski und die einsamen Herzen” – gehörte nicht wirklich zu den Sternstunden der Tatortgeschichte, dazu war die Story denn doch ein wenig zu vorhersehbar. Frauen, die ihr neues Lebensglück in Anzeigenbekanntschaften suchen – lustig dabei, das die Kieler Nachrichten plötzlich Kieler Bote hießen – und grausam dahingemeuchelte Männer, die allesamt die nähere Bekanntschaft der einen Dame gemacht hatten, jeweils kurz bevor sie ins Messer der anderen rannten. Dieses verhuschte Mäuschen Marke scheues Reh kam mir von Anfang an nicht ganz sauber vor.

Tatort-Fan bin ich seit mindestens 10 Jahren. Als der erste Kiel-Tatort im Herbst 2003 über die Mattscheibe flimmerte, konnte ich noch nicht ahnen, das ich zwei Jahre später eine Beziehung mit einem Kieler anfangen würde und das ich fünf Jahre später selbst hier oben wohnen würde. Dennoch, der mürrisch-tapsige Borowski – legendär seine harsche Anrufbeantwortung “Ich höre!” – war mir gleich sympathisch. Auch wenn ich die Stadt, in der er ermittelte, noch nie besucht hatte.

Doch das änderte sich, wie gesagt. Und dann wurden Borowski und der Kieler Tatort für mich eine Verbindung zu meinem Liebsten, wenn wir uns wieder wochenlang nicht sehen konnten. Dann sah ich Herrn Borowski an Plätzen ermitteln, an denen wir schon zusammen waren, erkannte bei immer mehr Drehorten, wo die Szene gerade spielte und konnte ganz pauschal auch in Besuchs-Zwischenzeiten meinem Liebsten irgendwie nah sein, indem ich den Kommissar in seiner Stadt beim Ermitteln begleitete.

Und nun wohne ich also selbst hier und stelle fest, das “unser” Tatort nun tatsächlich fast direkt vor meiner Haustür gedreht wurde. Da arbeitet der Kommissar als Lockvogel seine Dates in einer Kneipe ab, an der ich beim Spazierengehen schon häufig vorbeigelaufen bin das nächste Mal gehe ich rein!, da fährt er unzählige Male in den 90 Minuten über meine Hochbrücke, komischerweise aber immer nur in Richtung stadtauswärts. Ist ja auch irgendwie verständlich, die Aussicht über die Fahrbahn nach stadtauswärts über die Schleuse ist halt auch viel schicker und telegener als die potentielle Aussicht über die stadteinwärts führende Fahrbahn hinweg auf ein paar olle Speichergebäude am Kanal.

Und zu guter letzt, nein, eigentlich schon ganz am Anfang des Films, stelle ich fest, das ich tatsächlich hätte durchs Bild laufen und Borowski die Hand geben können. Klar, das hätten die rausgeschnitten. Aber trotzdem.

Eines schönen Morgens im Frühjahr, ich war noch nicht allzu lange in der Stadt, fuhr ich, auf dem Weg zu einem Termin, mit dem Kleinen Schwarzen Auto Richtung Innenstadt. An der Kiellinie fielen mir vor einem schicken, modernen Kasten aus Glas und Beton, der mir aufgrund seiner teuer aber ungemütlich wirkenden Architektur schon häufiger ins Auge gefallen war, einige große, dicke nicht ganz unauffällige Wagen mit dem Schriftzug NDR auf. Ich dachte noch so bei mir: Ob die da wohl einen neuen Tatort drehen? Aber im Laufe der letzten Monate geriet mir die Sache in Vergessenheit. Und dann ist doch im gestrigen Tatort genau dieses Haus ganz am Anfang der Tatort!

Ja, ich wohne jetzt in einer Stadt, die ihren eigenen Tatort hat. Und wer weiß, womöglich schaffe ich es eines Tages, als Statistin vor Borowski durchs Bild zu laufen.

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Neulich mal wieder unterm Balkon.

Wie schon hier erwähnt, sammeln sich diverse Kinder und Mütter aus der freundlichen Nachbarschaft gern unter unserem Balkon, was wohl damit zu tun hat, das eine weitere Nachbarschaftsmutter unter uns wohnt und folglich auf dem Balkon unter dem unseren residiert.

Nun hat es sich aber so begeben, das in den letzten Monaten an unserem Haus Garagen gebaut wurden. Und die Einfahrt zu selbigen Garagen direkt hinter dem Haus entlang führt, ziemlich genau dort, wo die Balkone sind. Vorher war dort Wiese. Aber Dinge können sich ändern und die Wiese war einmal – genaugenommen ist sie eigentlich nur etwas kleiner geworden – und wo vorher Wiese war, ist nun Garagenzufahrt. Schon so einige Male habe ich mich, seit die Garagen in Benutzung sind, darüber aufgeregt, das die kleinen Kinder aus der Nachbarschaft weiter dort spielen, als hätte sich an ihrer Wiese nie etwas geändert. Nur, das dort jetzt eben Autos fahren. Schon mehrfach stand, wenn wir mit dem Kleinen Schwarzen Auto nachhause kamen und in die Garage fahren wollten, ein Dreirad oder sonstiges Spielzeug mitten in der Einfahrt. Klar, kurz aussteigen und zur Seite räumen ist im Grunde kein Ding. Das, was mich aufregt, sind die Eltern dieser Blagen, die es allem Anschein nach für völlig unnötig halten, ihren Kindern mal beizubringen, das das eine EINFAHRT ist, in der AUTOS fahren und man da NICHT SPIELEN sollte, weil das unter Umständen GEFÄHRLICH sein könnte. Stattdessen spielen sie selbst fröhlich mit den Kindern in der Einfahrt, genauso, wie sie auch schon mit ihnen mitten auf der Baustelle, die auch deutlich als solche zu erkennen war, gespielt haben.

Dieser Tage halte ich mich also wieder einmal auf meinem Balkon auf, unter dem der Platz vor einem weiteren Balkon als kleiner Nachbarschaftstreffpunkt fungiert, und verfolge gezwungenermaßen folgenden Wortwechsel:

“Ach ja, jetzt hat ja die Hausverwaltung auch schon ein Schild aufgestellt, das hier die Garagenzufahrt ist.”

“Hm ja, aber das kann man ja den Kindern nicht klarmachen.”

Tja.

Ich sags mal so: Es überhaupt gar nicht erst zu versuchen ist schonmal ein ganz prima Ansatz!

Wenn dann irgendwann das erste Spielzeug kaputt ist, weil ein böser, unverschämter Autofahrer, der dreisterweise in seine Garage wollte, einfach mal drangefahren ist, ist das Geschrei vermutlich groß.

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Das ging mal schnell.
Vor drei Monaten sind wir in dieses ganz frisch auf Super-Niedrigenergie umgerüstete 60er-Jahre-Plattenbau-Mehrfamilienhaus eingezogen, vor etlichen Wochen wurde mit dem Bau der Garagen, die den Mietern bald zur Verfügung stehen sollen angefangen, leider ziemlich langsam, Stück für Stück. Und bei der hiesigen Parkplatzsituation geht man wirklich jeden Tag nachgucken, ob wieder sichtbare Fortschritte zu verzeichnen sind. Letzte Woche war es wieder so weit: Nachdem die Fundamente in mühsamer wochenlanger Kleinstarbeit mithilfe eines Minibaggers von den Mitarbeitern eines örtlichen Gartenbaubetriebs einigermaßen fertiggestellt waren, kamen die Garagen an. Am Stück, fix und fertig, mussten sie nur noch von einem Kran an den richtigen Platz gehievt werden. Soweit so gut, da stehen sie nun, mittlerweile auch schon an ihrer endgültigen Position, soweit sich das beurteilen lässt. Fertig ist das Werk allerdings noch nicht, da muss noch Boden aufgeschüttet und asphaltiert oder sonstwie gepflastert werden, die Zufahrt scheint auch noch keinen fertigen Zustand erreicht zu haben, heute war man damit beschäftigt, die Dächer zu teeren.
Doch einer war schneller. Ein dummer, hässlicher kleiner Sprayer konnte es einfach nicht abwarten, bis die Garagen fertig sind, nein, er musste jetzt schon die Rückwand mit seinem Machwerk verzieren. Die Tatsache allein würde mich ja nun gar nicht sonderlich stören, befindet sich die betroffene Wand auf der vom Haus abgewandten Seite und ist für mich nur dann sichtbar, wenn ich von der Bushaltestellte oder vom örtlichen Kleinstsupermarkt zurückkomme.
Was mich an der Sache stört, ist: Es handelte sich offensichtlich um einen reichlich unbegabten Sprayer. Keine schicke Vielfarbsprayvariation wie man sie viellerorts auch bewundern kann. Nein, einfach nur ein unleserlicher hässlicher grauer Schriftzug, ein dummes kleines Sprayer-”Ich war hier!”. Sowas ist einfach unschön. Sehr unschön.
Wie viel angenehmer und ästhetischer wäre es da doch, wenn sich jemand dazu inspiriert fühlen würde, die Wand mit etwas wirklich schönem zu verzieren! Beispielsweise würde die Rückwand von fünf bis sechs aneinandergereihten Garagen doch wunderbar Platz bieten für eine phantasievolle Reproduktion von Da Vincis Letztem Abendmahl. Oder für das schöne Brückenbild von Herrn van Gogh. Oder für eine farbenfrohe Szene von Chagall. Ich bin da durchaus flexibel. Und würde den Künstlern auch gern einen Kaffee vorbeibringen.
Schließlich geht es ja um nicht weniger als um das Haus, in dem zukünftig Das Kleine Schwarze Auto wohnen soll.

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