Eben beim Müllrausbringen sah ich einen Nachbarn im Tiefschnee maulwurfgleich um sein Auto krabbeln und die Reifen wechseln. Tja, besser spät als nie. Der eine merkt es früher, der andere später, wann es an der Zeit ist.
Aber das nur nebenbei.
Um ein bißchen zu veranschaulichen, was in den letzten Tagen hier los war, verlinke ich heute mal auf zwei Blogartikel von Gesche=Yael, deren Einsichten und Erlebnisse mir auch sonst immer eine Kaffeepause am Rechner wert sind. Nicht nur, weil man in diesen beiden Artikeln (ok, bei zweiten handelt es sich eher um ein Video) einen ganz wunderbaren Eindruck vom hiesigen Schneechaos bekommt, sondern weil sie schlicht und einfach herrlich sind.
Mit ‘Schnee’ getaggte Artikel
Schneechaos
Veröffentlicht in Abenteuer Alltag, Der Norden, tagged Bus, Kiel, Schnee, Schneechaos, Wetter am 02/12/2010 | 5 Kommentare »
Heidewitzka!
Ich weiß ja nicht, was anderswo so los ist. Aber hier geht heute gar nix mehr.
Seit letzter Nacht tobt hier ein knackiger Schneesturm, endlos wird die riesige Puderdose über dem Norden geschüttelt. Autos, die am Morgen geparkt werden, haben schon am Mittag ein dickes weißes Mützchen auf.
Busse kommen nicht durch. Der Bus der nicht wie alle anderen nur oben an der Hauptstraße hält, sondern eine Runde durchs Dörfchen dreht, hat Gerüchten zufolge bereits den Verkehr eingestellt, die innerdörfliche Steigung vom Kanal hoch war zuviel bei dem Wetter. Und nein, hier an der Ostküste ist Schleswig-Holstein nicht platt wie ein Pfannkuchen. Wenn von den Bussen, die hier normalerweise in sieben oder acht Linien mehrmals in der Stunde Richtung Innenstadt oder wieder zurück fahren, stündlich ein oder zwei die Haltestelle erreichen, herrscht Freude pur. Im Bus dann Gruppenkuscheln und an jeder Haltestelle fröhliches Tetrisspielen. Die einen wollen raus, die anderen rein, die, die eigentlich noch drinbleiben wollen, steigen trotzdem mit aus, damit überhaupt was geht. Dennoch, die Stimmung ist eher heiter als angepisst.
Je weiter der Bus sich dem Kanal nähert, desto mehr steigt die Spannung unter den Fahrgästen – wird der Bus die Steigung auf die Hochbrücke hinauf schaffen oder nicht?
Er schafft die Steigung. Erleichterung, gleich bin ich zuhause.
Doch dann, Durchsage des Busfahrers, die große Haltestelle an der Ortseinfahrt zum Dörfchen kann nicht angefahren werden, er muss auf der Schnellstraße stadtauswärts bleiben. Ein Bus ist auf der Kreuzung ins Rutschen geraten und quer in die erst letzte Woche über mehrere Tage erneuerte Ampelanlage gerauscht. Da steht er nun, umgeben von Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen… Fahrgäste, die ins Dörfchen wollen, werden an der Zufahrt zur Schnellstraße ein Stück weiter rausgelassen und dürfen durch den Tiefschnee stapfen.
Also, ich habe es dann nachhause geschafft, aber ich denke, ich kann sagen, ich bin hier eingeschneit. So richtig. Im Prinzip habe ich erstmal alles Lebensnotwendige da, dennoch überlege ich, nochmal schnell zum Kleinstsupermarkt in der Nachbarschaft zu stapfen und noch etwas vorzusorgen. Denn wer weiß, wie es morgen da draußen aussieht…
Keine schöne Zeit
Veröffentlicht in Erinnerungen, Gedanken, Leben, tagged Abschied, Advent, Schnee, Stress, traurig, Umzug am 28/11/2010 | 19 Kommentare »
Vor einem Jahr habe ich hier stolz meinen Adventskranz präsentiert. Dieses Jahr gibt es hier keinen.
Letztes Jahr trat neben dem Adventskranz noch ein leckerer, würzig duftender Rotweinkuchen auf, Startschuss zu meiner jährlichen mehrwöchigen Plätzchenbackorgie. Dieses Jahr verlässt nicht eine einzige Plätzchensorte meinen Backofen.
Auch der Adventskalender ist dieses Jahr abwesend in unserem Haushalt.
Der Grund für all diese Abwesenheit: Wir ziehen in zweieinhalb Wochen um. Da passt es einfach nicht. Ich mag nicht mit einem halbabgebrannten Adventskranz umziehen, ich mag nicht mit Plätzchenduft gemütliche Stimmung heucheln, wo doch in Wirklichkeit gerade alles immer ungemütlicher wird, während die Wohnung nach und nach in braunen Kartons verschwindet. Ich mag keinen Adventskalender bestücken, wenn der Liebste seine Päckchen doch nur am Wochenende und oft nichteinmal dann öffnen kann.
Ich mag nicht, ich habe mich bewusst dazu entschieden, das alles dieses Jahr auszulassen. Und dennoch tut es mir schrecklich weh. Denn die Welt um mich herum steht ja trotzdem nicht still, die Welt um mich herum hüllt sich wie jedes Jahr um diese Zeit in vorweihnachtlichen Zauber. Den ich teils recht kitschig, mehrheitlich aber wunderschön finde. Nur genießen kann ich ihn dieses Jahr nicht.
Gerade haben wir hier wundervollstes Winterwetter. Heute Nacht hatte es knackige minus 11 Grad, den ganzen Vormittag fielen Rudelweise dickste Schneeflocken vom Himmel und gesellten sich am Boden zu denen, die dort schon seit drei Tagen liegen. Ein herrlicher Anblick, der mich normalerweise unvorstellbar glücklich machen würde. Normalerweise. Dieser Tage kann ich beim Blick aus meinen Fenstern nur daran denken, das mir dieser Ausblick nicht mehr lange gehören wird.
Hinzu kommt noch, das ich schlecht schlafe, seit Wochen schon. Das ich nachts schwitzend, mit heftigem Herzklopfen und rasenden Gedanken wachliege, voller Panik, das all das, was noch nötig ist, die neue Wohnung bewohnbar zu machen, nicht rechtzeitig fertig wird. Das die neue Küche angeliefert wird und sich dann herausstellt, das ich mich vollkommen vermessen habe und rein gar nichts passt.
So viel ich mir auch klarmache, das natürlich alles klappen wird und natürlich alles passt, so ganz lässt sich die Angst nicht unterdrücken.
Ach, es ist einfach gerade eine wirklich beschissene Zeit. Die beste Devise ist wohl Augen zu und durch, irgendwie die nächsten Wochen überstehen und darauf bauen, das, einmal am neuen Wohnort angekommen und eingerichtet, alles besser wird. Die Vorweihnachtszeit ist dann so gut wie vorbei. Es ist traurig, es ist doof, es ist zu allem, was ohnehin schon doof ist, nochmal megadoof, das es halt ausgerechnet jetzt in der Vorweihnachtszeit ist und mir diese
so völlig vergeigt.
Aber nächstes Jahr kommt ja eine neue Adventszeit. Nächstes Jahr kann ich wieder meine acht bis zehn üblichen Plätzchensorten backen, meinen Adventskranz schmücken und allerleih hübsche Dinge aufstellen und aufhängen, weihnachtlichen Duft und gemütliche Stimmung verbreiten. Und mir jetzt schon überlegen, was für Adventsschnickeldi ich vielleicht noch anschaffen könnte, was ich dann in der neuen Wohnung wo plazieren werde.
Nächstes Jahr. Alles wird gut.
Kiel – Eiskeller der Nation
Veröffentlicht in Abenteuer Alltag, Der Norden, tagged Frühling, Kiel, Schnee, Wetter, Winter am 23/02/2010 | 14 Kommentare »
Ja, es ist Winter. Immer noch.
Ja, mittlerweile taut es allüberall. Nur nicht hier.
Ja, anderswo schreibt man heute teils zweistellige Temperaturen im Plusbereich.
Ja, einzig und allein Kiel hat heute ein klitzekleines Minus vor der Außentemperatur. Aber es ist unverkennbar ein Minus.
Vom Schnee, der gestern schon wieder den ganzen Nachmittag und Abend in dicken, schweren Flocken vom Himmel fiel, will ich gar nicht reden.
Ist das denn gerecht? Wir Nordlichter wollen bitte auch unseren Anteil vom Frühling haben!
Helden
Veröffentlicht in Erinnerungen, tagged Dachlawinen, Lawinenhund, Schnapsfäßchen, Schnee, Wahnwitz und Irrsinn, Wetter, Winter am 16/02/2010 | 11 Kommentare »
Weil hier tagsüber heute leichtes, ganz leichtes Tauwetter angesagt war und die Dachlawinen – und zwar mächtige Dachlawinen – den ganzen Nachmittag eine nach der anderen an meinem Fenster vorbei in die Tiefe stürzten, kam mir plötzlich einer der Helden meiner Kindheit in den Sinn:
Der riesige, puschlige Bernhardiner mit dem Schnapsfäßchen um den Hals.
Ich kann nicht sagen, woher diese Erinnerung stammt. In irgendeinem Film oder Bilderbuch, vielleicht auch einer Fernsehserie oder einem Comicheft, irgendwo tauchte dieser Lawinenhund immer wieder mal auf und erfreute verschüttete in den Schnee gefallene Menschen mit seinem Fäßchen. Inwieweit das mit dem Schnapsfäßchen kindgerecht war, nun ja. Damals sah man ja vieles noch nicht so eng.
Jedenfalls, als hier so eine heftige Dachlawine nach der anderen abgeht, sehe ich plötzlich im Geiste diesen riesengroßen, puschligen Bernhardiner mit seinem Schnapsfäßchen um den Hals hier die Hauswand auf und ab patroullieren. Könnte ja sein, das jemand verschüttet wird.
Weg mit dem Schnee!
Veröffentlicht in kurz und knapp, Teilzeithobby, tagged bloggen, iPod, Schnee am 06/01/2010 | 15 Kommentare »
Nein, nicht mit dem da draußen!
Aber jetzt, wo der ganze Elektroschnee wieder von den Blogs verschwunden ist, kann ich endlich alle meine bevorzugten Seiten auch auf dem iPod lesen. Schöne Sache!
Winterwelt am NOK
Veröffentlicht in Der Norden, Erlebnisse, tagged Nord-Ostsee-Kanal, Schnee am 10/02/2009 | 10 Kommentare »
Seit heute morgen hier stetiger Schneefall. Zeit für einen Spaziergang mit der Digiknipse.
So dunkel, wie es auf den Bildern aussieht, war es heute auch. Auch am hellichten Nachmittag. Dichtes Schneegestöber eben. Schön!
Gemein
Veröffentlicht in Ärgernisse, kurz und knapp, tagged Heimfahrt, Mittelgebirge, rodeln, Schnee, Schneefall am 02/01/2009 | 2 Kommentare »
Nur mal eben ganz schnell, bevor ich heute abend wieder zuhause am eigenen Rechner sitze:
An dem Tag, an dem wir das nördliche Hessenland wieder gen Ostsee verlassen, setzt morgens stetiger Schneefall ein. Wenn das mal nicht gemein ist! 10 Tage zuvor haben wir noch für alle Eventualitäten gepackt, die dicken Stiefel, Mützen, Handschuhe, um im Falles des Falles (des Schnees) auch mal im vor der Tür liegenden Mittelgebirge rodeln zu können. Und: Nichts. Nichts außer saumäßiger Kälte. Und dann, an dem Morgen, an dem wir unsere Sachen zusammensuchen und wieder nach Norden aufbrechen wollen, da geht es los. Na, wenn der Schnee das mal nicht persönlich meint…
Und oben in Kiel zeigen mir die verschiedenen, eben schnell aufgesuchten Webcams natürlich kein Flöckchen an. Typisch. Grummel.








